Full text: Almanach der Freien Zeitung (1918)

Auch er wird kommen, der fraglose Gewinn. Der 
deutsche Handlung® reis end e wird in Birubunga wieder 
Hosenknöpfe und Nagelfeilen verkaufen können, besser 
noch als bisher, wenn er die schlechten Manieren ab 
legt, die Deutschland in den Ruf einer in geschäft 
lichen Dingen typisch unritterlichen Nation gebracht 
haben, für die es nichts gibt, was sie nicht, sofern 
Geld dabei zu holen ist, tun würde. Man sucht zwtar 
mit Erfolg den deutschen Kommis mit der wirtschaft 
lichen Schwächung seines Landes zu schrecken und 
das Bild des früheren Kleinstaatenelends heraufzu 
beschwören. Aber was geschwächt werden soll, ist 
allein die preußische Gebärde um das Geschäft her 
um und über ihm, die Bedrohung der Welt um der 
abstrakten Macht und ihres Genusses willen. Wie so 
eben noch Wilson unmißverständlich genug versichert, 
steht zum mindesten für Amerika, als der moralischen 
Macht katexochen im Rat der Entente, das deutsche 
Wirtschaftsleben völlig erlaubt und gleichberechtigt 
da, sofern es sich nicht mit dem preußischen Imperia 
lismus, fern allen friedlichen Methoden wirtschaftlicher 
Durchdringung, verbindet. 
Es ist klar, daß allein noch eine vom Kopf bis zu den 
Füßen demokratisierte deutsche Regierung gute aus 
wärtige Politik wird treiben können, hat erst einmal 
nach weiterem maßlosen Leid Amerikas Uebergewicht 
als Kreuzzug, als:Moral 1 mit dem Revolver in der* Hand, 
den Frieden gebracht, der diese Demokratisierung und 
den Sturz der Dynastie als conditio sine qua non er 
zwingt. Würde man aber jetzt schon den „Nutzen“ 
der radikalen Umkehr einsehen, so wäre ganz ohne 
Zweifel in zwölf Stunden die Scheindemokratie perfekt; 
gemäß der maßlosen Verlogenheit und dem verächt 
lichen Opportunismus des Landes Immanuel Kants, 
für das die sittlichen Ideen ein Wertpapier geworden 
sind, das umgekehrt proportional der günstigen Kriegs 
lage sinkt oder steigt. Lassen wir darum das Wort 
Nutzen beiseite, riecht es doch zu stark nach dem 
hypothetischen Imperativ! Und wahrhaftig soll die 
preußische Niederlage nicht denen ein Gewinn sein, 
denen sie als nichts anderes denn als Ende und Zu-
	        

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