Full text: Almanach der Freien Zeitung (1918)

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Schreiben von Coekerill vorlag, daß er eine Lizenz- 
anzahlnng von einer Million Franken soeben über 
weise. 
Man beidenke die enge Abhängigkeit 'des Kriegs- 
mat erialgesehäftes von Reglern ngsintenti onen und be- 
nrteile dann auf Grund der hier erwähnten unld offen 
kundigen Vorgänge die „mala fides“ der belgischen 
Regierung gegenüber Deutschland. 
DAS KAPITEL „BELGIEN“ IN DER 
ZEITGESCHICHTE 
von Prof. Fr. Vanderprette. 
(Nummer 60, 7. November 1917.) 
Wenn einst die Geschichte dieses Weltkrieges ge 
schrieben wird, dann müssen die Vorgänge in Belgien 
nicht bloß viele Kapitel, sondern ganze Bände füllen. 
Es handelt sich für uns um weit mehr als um Ueberfall 
und NeutralitätsVerletzung: die drakonische Verwab 
tung oder besser gesagt Vergewaltigung unseres un 
glücklichen Landes wird einst ihre Würdigung finden. 
Und sicher wird diese Würdigung zeigen, wie tief sich 
das offizielle Deutschland selber entwürdigt hat. In 
der Schweiz beschäftigt sich, wie wir kürzlich ver 
nahmen, eine Gesellschaft von Freunden Belgiens mit 
der Sammlung aller Verordnungen deutscher Behör 
den in den besetzten Landesprovinzen. Selbstverständ 
lich ist, daß man gerne aller mutigen Deutschen ehren 
voll gedenken wird, die es gewagt haben, in irgend 
einer Form gegen die Tyrannenherrschaft zu prote 
stieren unld ein mitleidiges Wort für unsere mißhan 
delte Kation zu finden. Davon sind wir tiefgerührt. 
Hochstehende Persönlichkeiten, die man nicht zu 
bestrafen wagt, haben ihre Meinung wiederholt offen 
geäußert. (So wurde z. B. im Spätsommer 1915 bekannt, 
daß der Herzog Max von Sachsen, ein Bruder König 
Friedrich Augusts III., sich bereits im Januar des 
ersten Kriegsjahres einem schweizerischen Geistlichen 
gegenüber schriftlich sehr scharf über die Verbrechen
	        
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