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DER ID 
Die grauen Kiemen sind herabgelassen 
die Ohren weit und mühsam aufgesperrt; 
Aus Augen blöd auf ungeheure Massen 
von Welten starrend. Exkrement der Rassen. 
Um ihn sie klappern mit den Tischgeräten, 
mit roten Tüchern, reizen sie den Stier; 
Er aber sinkt und schwimmt, von hier 
entfernt auf blauen Tulpenbeeten. 
Die Ampel ist vor seiner Nase aufgehängt; 
Er rührt sie kaum die langen Affenarme, 
er brüllt im Lachen doch er scheint gedrängt 
zur Wehmut und zum allertiefsten Harme. 
In Kirchen sind die roten Teppiche gehängt; 
Ein Priester, geil, will ihn mit Pinseln waschen 
Da brennt der Wagen. Die Beamten haschen 
vor dem Altar ihn, wo die Kerzen schlendern. 
Er stemmt die Arme gegen feste Riemen, 
die Ziemer knacken, hart sind Eisenstangen, 
und Wände, die im Tanze ihn umsprangen, 
zerreissen die herabgelassenen Kiemen. 
Ein Kolibri sitzt zwitschernd auf dem Aas, 
die Zweige streicheln sorgsam seine Beine, 
die aufgereckt wie Wegweiser aus seinem 
Bauche glotzen. Im blanken Sonnenscheine. 
Mistkäfer gröhlen tief in seinen Lenden; 
Die haben sich am Eiter, warm, bezecht. 
Ein Bauernkind wirft Steine nach den Enden 
seiner Zehen. Auf ihn scheisst ein Knecht. 
RICHARD HUELSENBECK
	        
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