Full text: Zeit-Echo (3(1917), 1. und 2. Juniheft)

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(oder wenn man will: Barbaropa) nach dem Krieg ein einziger Veteranen 
verein sein wird. Deswegen möchte, aller Leiden ungeachtet, ich den Juden, 
einen der besten Streiter Gottes und der Menschheit, aus dieser aufreibenden 
Dienstpflicht noch nicht in den vegetativen Ruhestand, in den nabelbeschau 
lichen, lebenfristenden Ackerbau entlassen, auf Milch- und Honigflüssen 
dahinzutreiben. 
Und, letzten Endes: wozu die vielen Stammgottheiten und Spezial- 
Baale der vielen Völker? Hätten die Konfessionslehrer sämtlicher Sekten 
sich darauf „beschränkt“, den Kindern als Inbegriff aller Religion nur zwei 
Sätze ins Herz zu treiben, in die innerste Seele zu gießen, wären wir aller 
Kriege und Ismen enthoben. Ich meine die Sprüche: „Du sollst nicht 
töten“ und „Behandle deinen Nächsten wie dich selbst“. 
£ffans ^{[cfiter: 
EIN MALER SPRICHT ZU DEN MALERN 
Die Maler haben sich bisher nicht um das reale Leben gekümmert, 
weil ihnen nichts daran lag. Deswegen haben sie nichts dafür getan und 
tun können. Malern, die als Soldaten im Schützengraben sind, in Gefahr 
von der andern Seite ermordet zu werden, liegt etwas am Leben, sie 
werden also etwas dafür tun. 
Maler haben sich nicht um den Geist bemüht; was sie damit bezeich- 
neten, war Selbstbefriedigung wie alles andere; es diente der Selbststeige 
rung und der Autoreneitelkeit. Sie werden von der geistfeindlichen Ge 
walt bis in die Briefe, ihre privatesten Äußerungen, belauert und bestraft 
und vernichtet, sie sollen der brutalen Macht dienen, sie sogar propagieren; 
— sie werden etwas dagegen tun müssen. 
Sie haben wie alle Menschen brutal begriffen, daß die erste Forde 
rung das Menschen die ist, einen freien niemals zu versklavenden Körper 
zu besitzen.
	        

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