Full text: Zeit-Echo (3(1917), 1. und 2. Juniheft)

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Betrachtung, Beruf und Privatleben spaltet, der sich in jeder Methode zu 
rechtfindet, dem es immer nur auf ,»konsequente Entwicklung“, ganz gleich 
von was für einer Voraussetzung, ankommt, die zu berühren ihm Ein 
mischung in die Freiheit des Künstlers dünkt, weil er als Resultat dieser 
„Einmischung“ befürchten müßte, seiner eigenen traurigen Verantwor 
tungslosigkeit auf die Spur zu kommen. Er läßt also mit gegenseitigem 
Einverständnis Voraussetzung Voraussetzung sein. Im Frieden, in dem ein 
gütigerer Staat eines gütigem Geschicks alles gelassen hätte, in dem der 
Glaube an das Glückbringende erreichter Richtigkeit ein Glaube war, in 
dessen ungestörter Akustik die kaum artikulierten Töne der Seele Anspruch 
machen durften fühlbar gehört zu werden, in dem Maler sich gegenseitige 
Schönheit zeigten und vormachten, war es so, — es war eben so. Weil 
wir Zwanzig- bis Dreissigjährigen noch nichts wußten, es Krieg, an den 
wir nicht glaubten, nie vor unsern Augen gab und die Vegetation unserer 
Herzen auch ohne Tiefstes und Ernstestes blühte und berauschte. tflber 
jetzt ist das zu Gnde. 
Kein Mensch wird um die Entscheidung herum können: zur Erhaltung 
seiner selbst und des Guten und des Menschen sicß einzusetzen mit affer 
Kraft in jeder Handlung? Einmal wird auch dem Maler eigene Qual ein 
fachste Formulierung für Gut und Böse hervorpressen. Einmal wird auch 
der Maler das finden, was zu tun ist. Dann wird malen und für die 
Menschheit handeln so untrennbar sein, daß man nicht mehr auf Men 
schen schießt.
	        
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