Full text: Zeit-Echo (3(1917), August-September)

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DOKUMENTE DES IRRSINNS 
„Unmittelbarer Natur sind die grossen Vorteile, die die gleichmässige Übung 
beider Hände für die Ertüchtigung der Soldaten bietet, besonders im Kriege.“ 
— „Nach alledem liegt es im Interesse der obersten Militärbehörden, die 
Unterrichtsbehörden zur allgemeinen Zwangseinführung der Linkskultur im 
Frieden zu drängen. Und ehe es so weit kommt, müsste wenigstens während 
der Rekrutenausbildung die Beidhändigkeit unentwegt angestrebt werden, 
um ohne besondere Kosten die Steigerung der Kraft und Tüchtigkeit des Heeres 
im Kriege vorzubereiten“ (gesperrt vom Verfasser). Der Aufsatz, dessen 
Ziel hier wörtlich wiedergegeben wird, ist betitelt: „Zwei wichtige Lehren 
aus diesem Kriege!“ und steht im Heft vom Mai 1917 (also zum Schlüsse 
des dritten Schlachtjahres) in der Zürcher Zeitschrift ,,Das neue Europa“. 
Wunderbares neues Europa! — Mit diesem unausdenkbar grauenhaften Mord- 
Mechanisierungs-Plan steht der Autor brüderlich neben dem deutschen Ra 
dikalsozialisten Julian Borchardt, der bekanntlich eine Verteidigungsschrift 
des uneingeschränkten Unterseebootkrieges herausgab. Nein, diese Leute 
sind nicht ernst zu nehmen. Sie sind nur die wildgewordenen Zeiger am Gal 
vanometer Europas, dessen Ausschläge den Eintritt der stärksten geistigen 
Zersetzungsströme in den Körper der europäischen Gesellschaft angeben, und 
die letztes Zucken vor faulig stinkender Auflösung ankündigen. 
Die Sätze hier sind ein wortgenauer Auszug aus : ZKjiegerzweifef, ein Soldaten 
büchlein von Robert Falke, Konsistorialrat und Superintendent in Werni 
gerode. (Barmen 1917. Verlag von E. Biermann. Preis einzeln 15 Pf., 50 Stück 
*M. 6. 50, 100 Stück M. 12.—, 500 Stück M. 55.—, 1000 Stück M. 100.—). 
„Zu den Feinden gesellt sich allmählich noch ein andrer. Das ist der Zweifel. 
Wenn der deutsche Krieger dem Franzosen, Engländer und Russen im Nah 
kampf gegenübertritt, dann rennt er ihm das kalte Bajonett durch den Leib 
oder er zertrümmert ihm mit dem Kolben den Kopf. Wie passt solches Morden 
zu dem Gebot der Feindesliebe? Jeder Zweifel ist zu besiegen! Die Gründe, 
die für unsern Glauben sprechen, sind tausendmal klarer und wuchtiger 
als die Gründe, die man gegen unsern Glauben anführen kann. Wer tiefer 
blickt, sieht ganz genau die Hand Gottes, auch bei diesem Gemetzel. 
Dieser Krieg ist eine von Gott über die Sünde der Völker verhängte 
Strafe, und wir Deutschen sind zusammen mit unsern Verbündeten die Voll 
strecker des göttlichen Strafgerichts. Es ist zweifellos, dass das Reich Gottes 
durch diesen Krieg gewaltig gefördert und vertieft werden wird. 
Kann man im Kriege seine Feinde lieben? 
Unser Heiland gebot: „Liebet eure Feinde“! Und jetzt im Weltkriege? 
Wenn die feindlichen Kolonnen anstürmen, werden sie durch Geschütz- und
	        

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