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Ein Gemälde ist die Kunst, vor unseren Augen 
auf einer Leinwand zwei geometrische als parallel 
festgestellte Linien in einer Wirklichkeit einander be 
gegnen zu lassen, die in eine Welt mit anderen Be 
dingungen und Möglichkeiten versetzt Diese Welt 
ist im Werk weder spezifisch noch fest Umrissen, ge 
hört in ihren unzähligen Variationen dem Betrachter. 
Für ihren Schöpfer ist sie ohne Ursache und ohne 
Theorie. 
Ordnung-Unordnung, Ich-Nicht-Ich, Bejahung- 
Verneinung : höchste Ausstrahlungen absoluter Kunst. 
Absolut in Reinheit geordnetes Chaos ewig in Sekun 
denkugel ohne Dauer, ohne Atem, ohne Licht, ohne 
Kontrolle. — II Ich liebe ein altes Werk um seiner 
Neuheit willen. Es ist nur der Kontrast, der uns an 
die Vergangenheit bindet. 
Die Schriftsteller, die Moral lehren und die 
psychologische Basis diskutieren und verbessern, 
haben, ganz abgesehen von einer verhüllten Gier 
nach Gewinn, eine lächerliche Kenntnis des Lebens, 
das sie klassifizieren, einteilen, kanalisieren; hart 
näckig wollen sie die Kategorien nach ihrer Pfeife 
tanzen sehen. Ihre Leser grinsen und fahren fort: 
wozu ? 
Es gibt eine Literatur, die nicht bis zur gefräßi 
gen Masse vordringt. Schöpferwerk, geboren aus 
einer wirklichen Notwendigkeit des Verfassers und 
für ihn selbst. Erkenntnis des höchsten Egoismus, 
wo die Gesetze verbleichen. Jede Seite muß 
explodieren durch den tiefen und schweren Ernst, den
	        
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