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lung aus einer Bestie in ein zahmes Haustier blauäugiger Sanftheit 
mit möglichst großen Hörnern. 
April 
und 
Basler Nachrich ten, 
kleine Geldstücke, Orangenschalen 
und stampfte mit Füßen und Stühlen, 
des Redners 
1919: Man pfiff, schrie, warf 
Schimpfworte auf die Bühne 
Man muß trotz allem die Ruhe 
bewundern, der inmitten dieses 
und 
Lärms unbeweglich sitzen 
suchte, sich Gehör zu verschaffen, bis er 
w 
mißzuverstehenden verächtlichen Geste 
abzog, der 
an Unverschämtheit aufsetzte, als er 
Programm 
Hagels 
blieb, ja sogar zweimal ver- 
schließlich mit einer nicht 
er die Krone 
•4? ♦ 
später, anstatt die 1 im 
angeführten ,,eigenen Gedichte“ zu lesen (auf die man aller 
dings gern verzichtete), eine schwarze Kleiderpuppe auf die Bühne trug, 
ihr ein Rosenbukett zu riechen gab und es ihr dann vor die Holz 
füße legte. Daß nach dieser unglaublichen Verhöhnung des Publikums 
es nicht zu Tätlichkeiten kam, ist wohl nur der allgemeinen Verblüffung 
zuzuschreiben ... ein Skandal, von dem alte Züricher behaupten, sich 
nicht erinnern zu können, jemals einen ähnlichen erlebt zu haben. 
Otto Flake in der ,,Vossischen Zeitung“ vom 17. 7. 1919: Dada 
ist etwas mehr als der Import des Kuhschwanzes in die Literatur, es 
ist eine Art Philosophie und eine Art geistiger Bewegung. Dada ist das 
selbe wie einst die berühmte und wenig verstandene romantische 
Ironie — eine Aufhebung. Aufgehoben wird der Ernst, nicht nur 
des Lebens, sondern auch jeder auf dem Gebiet der Weltanschauung, 
es ist der Zustand des 
• • 
der Literatur und Kunst gefundenen Idee 
durchgeführten Relativismus und des souveräne^ Skeptizismus. 
Alfred Kerr im „Roten Tag“: Ulk mit Weltanschauung. 
Glaser im „Berliner Börsenkurier“ vom 1. 5. 1919: 
Aber auch in diesem kindischen Spiel wohnt ein tieferer Ernst. Nach 
der Ausstellung der Dadaisten sollte die Welt vorsichtiger geworden 
sein. Man kann hier lernen, daß man auch wagen darf, wieder zu 
lachen, wo man sich bisher oft durch die feierlichen Mienen der Eso 
teriker schrecken ließ und die großen Worte, die so billig geworden 
daß sich jeder rechtschaffene Mensch schämen muß, sie noch zu 
werden. 7 
sind, 
sollten wieder seltener gebraucht 
7. 6. 1919: 
Sie 
gebrauchen, 
Franz Schulz im ,»Präger Tagblatt 44 vo 
Das Publikum drängt sich an die Bühne. Die Dadaisten hetzen, 
schreien: ,,Koche mit Gas! Wasche mit Luhns! Bade zu Hause! Nieder 
mit dem Mehrheitsdada!“ Plötzlich: Huelsenbeck ist mit der Kasse 
durchgegangen ! Chaos. 
Christian Science Monitor, Boston: Another new 
appears has arisen in Switzerland proud of the rather 
surprising name of Dadaism, and although a correspondent writes to 
a European paper, „Unfortunatly we haven’t been able to find out 
what Dadaism means“, he gathers an impression that it stands for 
literature 
it
	        

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