Full text: Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917 (1)

bärmlichkeit des Daseins. Chromgrün läßt midi kalt. Und Kobalt er 
innert midi an meine Kleine-Jungen-Tage, wenn ich Molchen die 
Schwänze abbiß. Ich bin ein Pinselfex, rührig, schlau, schamlos und 
unverbesserlich. Ich hege böse Gedanken, und mein Malfanatismus 
geifert und hurra't. Manchmal lächle ich vor Glück. Ich bestaune meine 
Leinewände. In Zukunft werde ich nur noch extatische Szenen malen. 
Ich fürchte mich nicht. Nur manchmal klaftert Jäh Grabes Finsternis 
vor mir auf. 
Es ist Nachts halb zwei. 
In meiner Brust schreien die noch ungemalten Pestkranken, Leichen 
schänder und hungernden Ammen. Mich bedrohen verkrampfte Fäuste 
und wiehernde Grimassen an den Wänden. Ich schreie wie in gewalt 
tätigen Träumen umfangen. Ich habe schreckliche Angst. Die Nacht 
ist schweigend und dröhnt. 
Dies ist die Sehnsucht des wahren Malers: Umbra mit Zinkgelb 
und Pariserblau! Eine Rumflasche! Die Donnerwetter-Palette! Die 
zügellose Geliebte und die Hand ausgestreckt nach den Sternen!
	        
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