Full text: Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917 (1)

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Land, das viele Jahrhunderte das herrlichste Reich der Erde war, in 
die Hände der fremden und einheimischen Schinder gegeben, weil das 
Herz des deutschen Volkes von der Freiheit und Gleichheit seiner 
Voreltern und von der Furcht des Herrn abgefallen war, weil ihr dem 
Götzendienste der vielen Herrlein, Kleinherzöge und Däumlings* 
Könige euch ergeben hattet. 
Der Herr, der den Stedken des fremden Treibers Napoleon zer- 
brochen hat, wird auch die Götzenbilder unserer einheimischen Ty- 
rannen zerbrechen durch die Hände des Volks. Wohl glänzen diese 
Götzenbilder von Gold und Edelsteinen, von Orden und Ehren 
zeichen, aber in ihrem Innern stirbt der Wurm nicht, und ihre Füße 
sind von Lehm. — Gott wird euch Kraft geben, ihre Füße zu zer 
schmeißen, sobald ihr euch bekehret von dem Irrtum eures Wandels 
und die Wahrheit erkennet: »daß nur ein Gott ist und keine Götter 
neben ihm, die sich Hoheiten und Allerhöchste, heilig und unverant 
wortlich nennen lassen, daß Gott alle Menschen frei und gleich in 
ihren Rechten schuf, und daß keine Obrigkeit von Gott zum Segen 
verordnet ist als die, welche auf das Vertrauen des Volkes sich grün 
det und vom Volke ausdrücklich oder stillschweigend erwählt ist/daß 
dagegen die Obrigkeit, die Gewalt, aber kein Recht über ein Volk 
hat, nur also von Gott ist, wie der Teufel auch von Gott ist, und 
daß der Gehorsam gegen eine solche Teufelsobrigkeit nur so lange 
gilt, bis ihre Teufelsgewalt gebrochen werden kann/ — daß der Gott, 
der ein Volk durch eine Sprache zu einem Leibe vereinigte, die Ge 
waltigen, die es zerfleischen und verteilen oder gar in dreißig Stücke 
zerreißen, als Volksmörder und Tyrannen hier zeitlich und dort ewig 
lich strafen wird, denn die Schrift sagt: was Gott vereinigt hat, soll 
der Mensch nicht trennen/ und daß der Allmächtige, der aus der Ein 
öde ein Paradies schaffen kann, auch ein Land des Jammers und des 
Elends wieder in ein Paradies umschaffen kann, wie unser teuerwertes 
Deutsdiland war, bis seine Fürsten es zerfleischten und schunden.« 
Weil das Deutsche Reich morsch und faul war und die Deutschen
	        
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