Full text: Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917 (1)

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ALDO PALAZZESCHI: 
HABEL 
Habel Nassab, du bist scbön mit deinen losen, 
Riesigweiten blauen Pluderhosen. 
Er ist mein Getreuer, mein Einziger, 
Mein lieber Gefährte und Wächter. 
Der Einzige, für den alle Türen 
Offen stehn. 
Er folgt mir, doch höre ich nie seine Schritte. 
Wie ein Gedanke schwebt er dahin. 
Wie ein freundlicher Gedanke 
Hält er überall Umschau. 
Ich schlummre, und er 
Bewacht mich, zu Füßen des Bettes. 
Nur selten schläft er ein Stündchen. 
Heiter sieht er mich an: 
Kein Wink, keine Silbe ist nötig! 
Habel bleibt da. 
Im Augenblick sag ich ihm alles. 
Sagt er mir alles. 
Ich bete. 
Ich kniee vor meinem Altar: 
Ergriffen sieht er mich an. 
Wende ich still meinen Blick hinweg, 
So schaudert ein Leuchten des Blitzes 
Auf Auge und Antlitz von Habel 
Behutsam mit Herztränen sichtbar hervor. 
Die Tränen krümmen sich klar, 
Beinah zu einer zerblendenden Linse, 
In der das gewaltigste Flackern erbrennt:
	        

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