Full text: Veröffentlichung der November Gruppe (1(1921))

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zur Renaissance orientierten und die Grundelelemente 
zum Bilde längst verloren hatten. 
Ich bin sicher, dass Sie meine Ausführungen nicht 
ohne Einwände hinnehmen werden, aber ich hoffe Ihnen 
einiges Neue und Interessante gebracht zu haben. 
Mit herzlichem Gruss 
Ihr sehr ergebener Georg Scholz. 
Georg Scholz bemerkenswerter Brief reizt in 
Vielem zum Widerspruch. Seine sehr subjektiven 
Ausführungen sind hier wiedergegeben, weil die 
NG-Veröffentlichungen gerade den ungebrochenen 
Widerschein der verschiedenen Auffassungen in 
der jüngsten Kunstbewegung geben sollen. Da 
durch ist es nicht zu vermeiden, dass sich die 
Ansichten in diesen Blättern manchmal aneinander 
stossen. 
Zweifellos ist mit der abstrakten Maleret das 
Tor zu einem weiten Garten unbegrenzter Schaffens 
möglichkeiten geöffnet worden. Sie ist auch ein 
Spiegel der Zeit. Während aber die neue gegen 
ständliche Malerei im Sinne Georg Scholz die 
kleine Umwelt karikiert, wehen in der abstrakten 
Malerei die gewaltigen Schwingen der Zeit unseres 
im Gegensatz zur Ich-Einstellung mittelalterlicher 
Beschänktheit unendlich erweiterten Gesichtskreises, 
der Zeit des freien Fluges und der Nutzbarmachung 
des Aethers. Das von Georg Scholz so oft 
gebrauchte Wort „Expressionismus“ bedeutet für 
uns garnichts. Es ist ein Hilfswort für Kunst 
literaten und umreisst in keiner Weise die ver 
schiedenen Strömungen in der modernen Kunst. 
H. S. v. H 
Redaktionelle Bemerkungen 
Die Reproduktionen nach Morgners Werken „Drei Korbflechter“ und „Komposition Tempera VII“ verdankert 
wir der freundlichen Genehmigung der Galerie Flechtheim, Düsseldorf und der Photographischen Gesellschaft, 
Charlottenburg. Tapperts Holzschnitt, Seite 40, ist eine verkleinerte Wiedergabe des Originals aus der Holzschnitt 
mappe „Der Nachtwandler“. Seine Reproduktion genehmigte ebenfalls die Galerie Flechtheim. Otto Möllers Holz 
schnitt ist vom Stock gedruckt.
	        
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