Full text: Die weissen Blätter : eine Monatsschrift (2(1915),7)

GCossen 
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Drängenden, unübersehbaren Schwärmen, trachtet nach Neuem. So tretet denn jetzt 
aus den verlorensten Tälern aufgeflogen, in den Dienst der Idee ein,- weiht euch 
und alle in ihrem künstlichem Haß zu den Gott,- dem heiligen Geist, dem tätigen 
künstlichen Felsen hingetrieben, aus deren Geist,-schließt euch zusammen! Unser aller 
Schacht nunmehr heißes Blut ächzend her- Einigkeit in den Grundpunkten ist mach 
vorbrach, zu Bächen, zu Strömen qualvoll tiger als ihr ahnt,- unser Wille zur Ver 
unsiegbar anschwellend, doch stets so, o wirklichung durch dieser Monate feuriges 
Gott! daß die Schmerzensrufe der Einen Entsetzen gehärtet. Seid nicht stolz und 
mit ihrem weithallenden Echo des Jammers lächelt nicht,- welch ernstere und dringen 
zugleich Genugtuung und Jubel bei den dere Aufgabe stünde denn heute dem Geist 
anderen hervorrief. Und wenn die Einen, bevor als die, seine Träger zu sammeln? 
die Armen! in brennenden Wäldern um» 
9. Heft. 
Kurt Hiffer. 
kamen, oder langsam in kalten Sümpfen 
heulend versanken 
wie man sonst nied 
IDYLLE. 
rige Tiere nicht verenden ließe — so froh 
Die Menschen geben und nehmen 
lockten die Andern. Und 
so taten, 
in anmutigem, Vernunft und Verstand nicht 
waren nicht etwa Ausgeburten mit Affen 
verletzenden Wechsel. Liebe ist dort das 
schwänzen, mißgestaltete Trolle, sondern 
bedeutendste Gesetz,- Freundschaft die vor- 
gute, nach Gottes Ebenbild geschaffeneMen= derste Re * eb Arm und Reitb * ibt nidlt ' 
sehen, viel zarte, sdtöne, verwöhnte Jüng- Keine Könige und keine Kaiser hat es 
linge darunter, die nicht mehr anders konnten, dort ' wo der Stunde Mensch wohnt, Je 
als morden und sich morden zu lassen, 
gegeben. Die Frau herrscht dort nicht über 
denn der Teufelsspuk hatte eingesetzt. 
den Mann, der Mann aber ebensowenig 
7. Heft. 
Annette Ko(6 ^ er die Frau. Es herrscht niemand, außer 
jedermann über sich selber. Alles dient 
AUFRUF. 
dort allem, und der Sinn der Welt geht 
0 0 
Geistige, schließen wir einen Bund d ' utIi<b dabi ”' den Sdlme . r * za ^eiligen. 
Diese Leuchtkugel (noch toht der Krieg)., N‘eman d will genießen, die Folge ist, daß 
diese Leuchtkugel will ich in eure Himmel 
alle es tun. Alle wollen arm sein,- hieraus 
werfen. Schließen wir einen Bund,- 
folgt, daß niemand arm ist. Dort, dort ist 
durch Worte Ereignisse! Unter Verarbei 
es schön, dort möchte ich leben. Unter 
tung sämtlicher Gestuftheiten der letzten 
Menschen, die sich frei fühlen, weil sie sich 
Jahrfünfte: für den Geist! gegen Krämer 
beschränken, möchte ich leben. Unter Men 
und Dunkelmänner! 
Seid nidit stolz und sAe "' die einander ad>ten ' m6dlte id > lcb '"- 
lächelt nidit, mag der Gedanke alt sein, UntCT Mc™*'»- die keine Angst kennen, 
er bleibt solange jung, als er nicht Tat 
möchte ich leben. Ich sehe wohl ein, daß 
ward,- ihr müßt euch abgewöhnen, den ^ Phantasiere. 
Prickel des Niedagewesenen zum Wertmaß 
11. Heft. 
Roßert Wafser. 
zu machen. Bezwingt euren Reizhunger, 
eure Eitelkeit, euern partikulären Ehrgeiz,- 
Der ScBrei nach dem Tacßmann. 
wer sich unterscheiden will, unterscheidet Auf der Tagung des »Bundes Deutscher 
sich nie. Was taugt es, »originell« zu sein Architekten« in Kassel, Mitte Mai dieses 
ieder Narr ist originell,- erst erreicht ! dann Jahres, wurde dem Bedauern Ausdruck
	        
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