Full text: Die weissen Blätter : eine Monatsschrift (2(1915),7)

Rene Schic&efe ■ Ai'sse' 
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Rene Scßickefe: 
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A I S S E 
Aus einer Indisdben Reise 
N Madras war ich an den Chefarzt des »General Hospital« emp 
fohlen, und da wir nur zwei Tage bleiben sollten, beeilte ich mich, 
ihn am nächsten Morgen aufzusuchen. 
traf ihn vor einem Pavillon inmitten von Palmen und gezir* 
kelten Rasenflächen, auf deren Grün 
Laternen brannten. Die Palmen standen 
Tulpen wie kleine bunte 
dicht 
zusammen, 
sie 
harten Wedel 
Höhe vermischten, doch schienen 
sich diese in dem grellen Licht, das sie tausendfach durchlöcherte, 
zu verflüchtigen, man bekam Schwindel, wenn man lange hinaufsah, 
der ganze Palmenwald fuhr mit einem in den Himmel, lim so freu* 
diger fiel dann der Blick auf den Rasen zurück, wo die Tulpen der 
Sonne so tapfer standhielten, die sie mit Haut und Haaren aufzu* 
fressen drohte. Sie glichen eigensinnigen Kindern, die sich nicht von 
der Stelle rühren. Über die roten Sandwege, zwischen den Bäumen, 
den Büschen voll Glanz und Dunkel flitzten die Mungos, halb 
Eichhörnchen, halb Wiesel. Die Engländer züchten sie 
lassen 
sie in genügender Zahl auf die Schlangen los, die der Hindu nicht 
von Menschenhand getötet haben 
weil 
sie, wie 
Tiere, 
wandernden Seelen zum schicksalsvollen Aufenthalt dienen. 
Wir tauschten 
üblichen Begrüßungsworte und schritten durch 
Palmenwald einem überhellen, zitternden Stück Horizont ent* 
gegen 
» 
Was 
ein magisches Licht, das sich dort hinter 
Stämmen bewegt?« fragte 
deutete auf die weiße Flamme. 
Mein Begleiter blickte erstaunt auf, aber dann warf er den Kopf 
zurück und rief:
	        
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