Full text: Der Ararat : Glossen, Skizzen und Notizen zur Neuen Kunst (1(1920),11/12)

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Albert>Blocft 
Aus meinem Fenster. 1919 
Bes. S. M. Mcloudi 
weder von Nolde, noch von Kirchner, noch von 
Heckei — acfi! icfi könnte die ganze Reihe der be= 
deutendsten Künstler unserer Tage aufzählen! — 
eine Ausstellung gemacht worden ist, —- nur eine 
kleine Graphik^Sammlung Schmidt^Rottluffs wurde 
kurz gezeigt. Und die Vorführungen einheimischer 
Expressionisten, wieBerlit, Schwimmer usw., hatte 
den Austritt zahlreicher Mitglieder des Künste 
Vereins zur Folge. 
Diese Antipathie wäre nun freilich durch eine 
zielbewußte Politik der »zuständigen Stellen« ohne 
große Schwierigkeiten zu besiegen gewesen, Sauer 
lands Erfolge in Halle sind der gute Wegweiser 
dafür, wie man Vorgehen sollte. Doch versagte 
die Museumsleitung hier leider vollkommen. 
Julius Vogel, der Direktor des Museums, doku 
mentiert sein vollständiges Nichtverstehen der 
modernen Zeit bei jeder Gelegenheit. Es ist dies 
nicht bloß auf seine Bekanntschaft mit Klinger zu- 
rüdczuführen,- — denn Klinger selbst war auch in 
Beziehung auf die Neue Kunst durchaus freiden^ 
kend. Die mehr philologische als kunsthafte Ein- 
gestelltheit des Direktors ist der Grund seiner ab 
lehnenden Stellungnahme, deren Folgen sich dadurch 
auf das Kürzeste kennzeichnen lassen, daß ich konstatiere, daß das hiesige Museum außer einem 
mäßigen Pechstein und einem leidlichen Moll überhaupt keine Gemälde der bekannten Express 
sionisten besitzt. Man sollte das in einer so großen Stadt wie Leipzig nicht für möglich halten, da 
doch materiell nicht 
viel besser ge= 
stellte Orte, wie 
Halle, Hamburg, 
Bremen usw., be= 
deutende Werke 
moderner Meister 
erwerben konn 
ten. <Was würde 
wohl eine Sadh- 
verständigen- 
Kommission dazu 
sagen??): Es ist 
einfach unerhört! 
Leider hat es 
die Vertretung der 
modernen In 
teressen, die aus 
- der Einsicht in 
Aibert>Blocfi Legende 1918 die Mängel der
	        

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