Volltext: Schweizer Bildhauer und Maler 1941

Theoretisch, an sich, durfte angenommen werden, daß für eine 
private Korporation wie die Zürcher Kunstgesellschaft die Not- 
wendigkeit außerkünstlerischer Vor- und Rücksichten sozialer, poli- 
tischer, regionaler und persönlicher Art nicht bestand, und daß ihre 
Organe, verantwortlich einzig ihrem künstlerischen und vater- 
ländischen Gewissen, mit einer der Einfachheit und Schönheit der 
Aufgabe entsprechenden Ruhe und Sicherheit ihr gerecht werden 
könnten. Die Erfahrungen in dreißigjähriger Ausstellungstätigkeit 
seit der Eröffnung des Zürcher Kunsthauses, und der Versuch mit 
einer Ausstellung „Schweizer Malerei 1910—1930" im Sommer 
1930, bei der man, um innerhalb bestimmter räumlicher Grenzen 
zu bleiben, die Einsendung von 31 Malern auf je fünf Werke be- 
schränkt hatte, boten bestimmte Grundlagen; die Einbeziehung der 
für die Sammlungsbestände erstellten und sonst diesen vorbehal- 
tenen Sälen des erweiterten Kunsthauses alle Möglichkeit für 
würdige Enffaltung. 
Praktisch, mit der zur Zeit amtenden Ausstellungskommission 
und unter den heute geltenden Verhältnissen, erwies es sich durch- 
aus als möglich, in lebendigem, und lebhaftem, Gedankenaustausch 
eine Ausstellerliste aufzustellen, die sich abwechslungsreich in 
deutlich von einander abgesetzten Gruppen gliederte und inner- 
halb dieser Gruppen ein Zusammentreffen künstlerisch all zu nah 
verwandter Persönlichkeiten vermied. Drei Eingeladene mußten 
aus verschiedenen Gründen auf die Beteiligung verzichten. Für 
die Vertretung der einzelnen Künstler wurde die Zahl von 10 bis 
20 möglichst persönlicher und charakteristischer Arbeiten fest- 
gesetzt. Scherzhaft im Wort, aber ernst gemeinf im Sinn wurde 
ihnen wohl ‚im Gespräch auferlegt: „sie möchten die 10 bis
	        
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