Full text: Internationale Ausstellung Plastik

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aus der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts und Originale und 
Abgüsse weiterer gotischer sowie romanischer und frühmittelalterlicher 
Denkmäler rückwärts bis zum Ausklang der Antike; diese selber gelangt 
noch zu Worte in einigen Schränken mit Kleinbronzen, Fundstücken 
aus römischen Siedelungen auf schweizerischem Boden. 
Ein halbes Jahrtausend griechischer Skulptur, die Welt, aus der fast 
jede spätere europäische Generation, und jede wieder anders, ihre In 
spiration und Vorstellung für plastisches Schaffen sich errungen oder 
entliehen hat, erschließt sich in der Archäologischen Sammlung der Uni 
versität. Drei große Räume des Yorlesungsgebäudes an der Künstler 
gasse enthalten in einer kleinen Zahl von Originalen und mehr als tausend 
Abgüssen nicht nur Proben, sondern alle Hauptwerke und manche Neu 
entdeckungen. Nach einer Einleitung mit kretischen Fayencen, dem 
Löwentor und Goldschmiedearbeiten aus Mykenä hebt es an mit den 
Apollofiguren aus Thera und Tenea und andern, weniger bekannten 
archaischen Werken. Die Giebelgruppen von Ägina leiten zu den Ge 
stalten vom Zeustempel in Olympia, vom Parthenon und Erechtheion 
in Athen, dem Apollotempel in Phigalia, dem Mausoleum in Halikarnass 
und dem Gigantenfries von Pergamon, und zu den Werken, die mit den 
Namen Myron, Phidias, Polyklet, Praxiteles, Skopas und Lysippos ver 
bunden sind, den früheren, strengen und den spätem mehr vermensch 
lichten Göttern und Göttinnen, den Kämpfern und Athleten, den grie 
chischen Dichtern, Philosophen, Sklaven und den robusteren römischen 
Bildnisköpfen und Standbildern von Herrschern und großen Damen. 
An diese in ihrer Entschiedenheit des Ausdrucks und der plastischen 
Form nie sich erschöpfende, nur nicht in allen Teilen für uns stets gleich 
lebendige Reihe setzt sich nach rückwärts eine kleinere Sammlung 
ägyptischer und assyrischer Skulpturen, die vom europäischen Mittel 
meer in die großen afrikanischen und asiatischen Kontinente und vom 
fünften vorchristlichen Jahrhundert bis ins erste Viertel des dritten Jahr 
tausends hinaufweisen. 
Schweizerisch-deutsches Mittelalter, Altertum in der zweifachen Ge 
stalt der griechisch-römischen und der ägyptischen und vorderasiatischen 
Kultur stehen hinter und neben der gegenwärtigen Ausstellung zeit 
genössischer Plastik bereit zur Antwort auf die Frage, was an ihr ab 
solut und was zeit- und ortseigen ist.
	        
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