Full text: Internationale Ausstellung Plastik

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lassen, daneben Reliefs, die in eine enger umgrenzte und wärmere 
Gemütswelt, oft bis hinein in die kleinen Geschäfte, Sorgen und Freu 
den des bürgerlichen Tagwerks führen, und schließlich einfache Tafeln 
und Blöcke, die in der bloßen Harmonie der Massen und der Schrift 
auch für uns noch klingen. 
Eduard Bick und Otto Kappeier haben im Friedhof Fluntern in der 
gleichen Reihe die Gräber Reinhard Sigg 1929 und Clara Bräm-Schälch- 
lin 1930 mit je einer lebensgroßen Knaben- und Mädchenfigur in 
Kalkstein, Kappeier in Enzenbühl auch eine große Trauernde, Schmid- 
Rüegg 1916, und zwei Grabfiguren von 1929 im Garten Klusstraße 38. 
Für Hans Trog 1929 auf Rehalp verzichtet Bick aber auf jede Anlehnung 
an die organische Welt und wirkt mit seiner Sandsteintafel eindringlich 
genug, und Kappeier beseelt die Steinwand Franz Carl Weber 1922 im 
Sihlfeld durch eine Kette von vier Kindern mit Bogen, Reif, Sprungseil, 
Ballnetz in flachem Relief, setzt auf die Gräber Mathilde Risch 1928 auf 
Rehalp und Oskar Rothacker in Fluntern einen schweren Pfeiler, dessen 
Form durch leichte plastische Bearbeitung nicht verändert wird, und 
gibt den Rechtecken unter flachem Giebel an den Tafeln Wirz 1914 
Enzenbühl, Pulver/Tiegel 1921 Rehalp, und Heß-Bühler 1928 Fluntern, 
diese in glutrotem Porphyr, Antlitz und Sprache durch zum Sinnbild 
verdichtete Zeichen für Gestirne, Musik und Bäume. > 
In der auf Beherrschung des Handwerks beruhenden zuverlässigen 
Art der Steinbehandlung sind die Arbeiten von H. Markwalder und 
H. Gisler verwandt. Markwalder liefert den ruhenden Genius und eine 
auf blickende weibliche Halbfigur als Auferstehendezuden Familiengräbern 
Curti-Forrer 1916 und Hagmann 1925 auf Enzenbühl, das Reliefbildnis 
Hermann Greulich 1931 auf Rehalp, das Familiengrab Ernst 1928 mit 
einem bronzenen Falken im Friedhof Nordheim und eine Anzahl ruhig 
gelagerter Steingrabmäler ohne figürlichen Schmuck. Hans Gisler, 
neuerdings bekannt geworden durch sein Dunant-Denkmal 1931 beim 
Krematorium, besitzt schon seit Jahren einen durch zahlreiche äußer 
lich weniger hervortretende Arbeiten begründeten Ruf; von ihm stammen 
die Grabmäler Tissot Enzenbühl als Urne in Muschelkalkstein mit dem 
Relief einer schreitenden Frau, Direktor Peter 1931 Nordheim als Tafel 
zwischen zwei umgedrehten Fackeln mit dem Relief einer Friedenstaube 
im Giebelfeld, Elisabeth Küstahler 1930 Fluntern mit einem Relief 
Mutter und Kinder in geschliffenem Kalkstein.
	        
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