Full text: Margrit Gsell-Heer, Charles Montag, Adolf Thomann, Eugen Zeller, Rudolf Dreher - 1886 - 1948

CHARLES MONTAG 
Geboren 1879 in Winterthur. Er besuchte von 1896 bis 1900 das Technikum Winterthur, 
wo er sich das Diplom als Zeichnungslehrer erwarb. 1900 bis 1902 bildete er sich in 
München bei den Professoren Knirr und Angelo Jank weiter, um sich 1902/03 einer 
Künstlergruppe anzuschließen, die auf der Reichenau malte und sich mit dem Pointillis- 
mus auseinandersetzte. Durch Ausstellungen im ‚,Casino’‘ Winterthur und 1902 im 
„Metropol‘‘ in Zürich gab er in der Heimat Zeugnis von seiner Arbeit. Auch an der 
Schweizerischen Landesausstellung in Bern 1914 war er vertreten. 1903 ließ er 
sich in Paris nieder, das seither zu seiner zweiten Heimat geworden ist, und wo er 
sich den Künstlern um Marquet, Matisse und Bonnard anschloß. Er beteiligte sich am 
Salon des Independants und am Salon d’Automne, zu dessen Ehrenmitglied er 1916 
ernannt wurde. Bald schon sah er seine Aufgabe nicht allein in seiner künstlerischen 
Arbeit, sondern auch darin, der neueren französischen Kunst in der Schweiz zum 
Durchbruch zu verhelfen. Schon 1913 organisierte er eine Ausstellung französischer 
Kunst im Kunsthaus Zürich und im gleichen Jahr in Stuttgart, um dann während 
des ersten Weltkriegs im Auftrag der französischen Regierung große französische 
Ausstellungen in Winterthur, Zürich und Genf durchzuführen, denen 1921 eine 
solche in Basel folgte. Auch in den Jahren bis zum zweiten Weltkrieg und noch 
einmal seit 1945 setzt seine Tätigkeit als Vermittler französischer Kunst nach 
der Schweiz nicht aus. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dabei Zürich, 
dessen Stadtpräsident ihn offiziell mit dieser Mission betraute. Unvergessen sind die 
Ausstellungen, die den großen französischen Künstlern des 19. Jahrhunderts, Corot, 
Courbet, Delacroix galten, oder der bedeutende Ueberblick über das Schaffen Picassos 
1932, ebenso wie nach dem letzten Krieg die Ausstellungen ausgewählter Werke aus 
den Museen von Grenoble und aus dem Mus&e de la Ville de Paris im Petit Palais. 
Seit Jahren ist der Künstler als Malberater mit Winston Churchill freundschaftlich 
verbunden. 
Oelgemälde 
18 Ostwind, Reichenau 1906 Privatbesitz 
19 Frauenkopf 1907 Fr. 600.— 
20 Seine-Landschaft 1907 Fr. 1400.— 
21 Kanallandschaft mit Brücke 1907 Fr. 1400.— 
22 Anemonen 1907 Fr. 1400.— 
23 Rote Anemonen 12397 Fr. d— 
{4 ».0 19206
	        

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