Full text: Ausführliches Verzeichnis, Text ohne Abbildungen ([1])

Der Codex enthält außer einigen kleinen Initialen eine großartige Kreuzigungsdarstellung, 
in der die Miniaturmalerei sich der Wirkung des Tafelbildes nähert. Die Farben sind warm 
und intensiv, der Horizont ist in goldenes Licht getaucht, die Gestalten in der weiten Land- 
schaft sind mit ungewöhnlicher Feinheit ausgeführt. Die prächtigen Randleisten sind auf 
karminrotem Grund nach klassischen Motiven gezeichnet. Unten auf dem Blatt das Wappen 
des Besitzers, Im Stil schließt sich der Codex der Kunst des Agostino Ferrante und des Decio 
Ferrante an; dieser letztere schuf das hier ausgestellte Meßbuch von Vigevano. 
Decio Ferrante 
Lombardischer Miniaturmaler des 16. Jahrhunderts. 
240 MISSALE ROMANUM 
Pergament-Codex, 16. Jahrh., 27,5X 40,5, Bl. 230—2, Einband weiße Seide mit bunten, gol- 
denen und silbernen Fäden bestickt 
Vigevano, Biblioteca Capitolare 
Der Codex wurde auf Veranlassung von Franz II. Sforza nach dem Ritus der Kirche von 
Vigevano hergestellt und dem ersten Bischof Galeazzo Pietra geschenkt. Der Schmuck stammt 
von dem Lombarden Decio Ferrante (siehe Bl. 121 v. „Decius Fa.‘“). Der Name Decio wurde 
gewöhnlich als der Nachname des Künstlers angesehen, woraus viel Unklarheit entstanden ist. 
In den Arbeiten dieses Künstlers stellt D’Ancona einen bemerkenswerten Einfluß der Kunst 
Raffaels fest (Aeschlimann, 1, 8.53, 54), während Malaguzzi-Valeri einen Anklang an die 
Gemälde des Gaudenzio Ferrari und andrer zeitgenössischer Künstler darin sehen will. Tor- 
mielli (309, S. 33 ff) hält diesen Codex für Decios Meisterwerk (siehe auch Pischel-Fraschini, 
250). 
Lombardisch, 15. Jahrhundert, Gerolamo da Cremona ? 
241 PSALTERIUM DAVIDIS 
Pergament-Codex, 15. Jahrh., 11,5X 20,5, Bl. 234, Seideneinband 
Mailand, Trivulzio-Bibliothek, Castello Sforzesco (Cod. 2161) 
Die Miniaturen, mit denen der Codex illustriert ist, sind das Werk eines bedeutenden Künst- 
lers von ungewöhnlichem landschaftlichem Empfinden und technischer Feinheit. Salmi (284, 
S. 478) und Malaguzzi-Valers (198, 1, S. 601) bezweifeln, daß sie, wie gewöhnlich angenom- 
men wird, ein Werk des Gerolamo da Cremona sind (Porro, 259, S. 363). 
Lombardisch-Ferraresisch, 15. Jahrhundert 
242 STUNDENBUCH, „HORAE B.M. VIRGINIS“ 
Pergament-Codex, 15. Jahrh., 9,4X13, Einband Seidendamast mit Silber und Email verziert, 
Spangen 
Mailand, Biblioteca Ambrosiana. Nr. 1 der Stundenbücher 
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