Full text: Ausführliches Verzeichnis, Text ohne Abbildungen ([1])

Miniaturen in lombardisch-ferraresischem Stil (D’Ancona, 78, 8.63), sehr bemerkenswert 
durch das lebendige Kolorit und des ausgesprochen feinen Natursinns in der Darstellung von 
Landschaften und Tieren. Die Architektur, wie sie z. B. am Anfang des Codex in der präch- 
tigen, einfarbig auf purpurfarbenen Grund gesetzten Anbetung der Könige erscheint, verrät 
deutlich die Erinnerung an Mantegna. Der Codex war Eigentum der Bianca Maria Visconti, 
der Tochter des Herzogs Filippo Maria. 
Guglielmo Giraldi 
Bedeutender Miniaturmaler, tätig um die Mitte des 15. Jahrhunderts am Hof der Este 
in Ferrara, 
243 AULUS GELLIUS, DIE ATTISCHEN NÄCHTE, „NOCTES ATTICAE“ 
Pergament-Codex aus dem Jahre 1448, 24X 34, Samteinband mit Metallbuckeln und Spangen 
Mailand, Biblioteea Ambrosiana. S. P. Codex Scotti 
Ein kostbares, bedeutendes Dokument der Ferrareser Schule, eins der frühesten Werke des 
Guglielmo Giraldi, von ihm signiert: GUL(ielmus) D(e) F(erraria) P(inxit). Die Miniaturen 
finden sich auf zwei Seiten zu Beginn des Codex; die erste stellt Aulus Gellius in einem 
Disput mit Gelehrten auf einem Platz in Athen dar, eine wundervolle Szene durch den fein- 
sten Raumsinn in der perspektivisch-architektonischen Darstellung und durch die Harmonie 
der satten Farben, Schöne Randleisten mit Filigranwerk, Rosetten und Tieren mit eingehend- 
stem Verismus gezeichnet. 'uitialen mit weißen Umrissen auf punktiertem Grund (Libaert, 
173, S. 401; Salmi, 284, S. 340; D’Ancona, 78, S. 68; Aeschlimann, 1, S. 83—84; Galbiati, 120). 
Ferraresisch, Ende 15. Jahrhundert 
244 SALLUST, DER KAMPF GEGEN CATILINA UND JUGURTHA 
„BELLUM CATILINARIUM ET BELLUM IUGURTHINUM“ 
Pergament-Codex gegen Ende des 15. Jahrh. 18,5X 29, Bl. 113. Holzplatten- und Ledereinband 
Mailand, Biblioteca Ambrosiana. I.113 Sup. 
Schule von Ferrara: auf Bl. 1r. und 33 r. eine geschmackvolle Verzierung in geschwungenen 
Linien und eine schöne Miniatur in der Initiale (D’Ancona, 78, 8. 63). 
Ferraresisch, Anfang 16. Jahrhundert 
245 MISSALE ROMANUM 
Pergament-Codex aus dem Beginn des 16. Jahrh. 25,3 X 36,5, Bl. VI, 482,6, Ledereinband 
Mailand, Biblioteca Nazionale Braidense. AE. X. 30. Studiert von Carta (63, S.103—109) 
und von Gnoli (130, 8. 17—18). 
Die mannigfaltigen, reichen Miniaturen mit Figuren oder Szenen, ganzseitig oder in Umrah- 
mungen und Initialen, und die charakteristischen Randverzierungen sind beachtliche Werke 
der Schule von Ferrara, deren lebhaften Farbensinn sie verr&i.en. 
ATEM, 
133
	        

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