Full text: Katsushika Hokusai - 1760 - 1849

läßt, wundert sich die Gesellschaft der Katsushikapoeten, 
daß ihr Oberhaupt Jobutsu auch malen kann, als Hokusai 
in fröhlicher Gesellschaft eine Laterne bemalt. Denn bei 
der unglaublichen Produktivität dieses Arbeitsfanatikers, 
der keine Muße und keine Ruhe kennt, ist es jedem unvor- 
stellbar, daß Dichter und Maler ein und dieselbe Person 
sein könnten. Neben den Schauspielerbildnissen im Shun- 
sho-Stil veröffentlicht Shunro Illustrationen zu den 
wegen ihres gelben Umschlages Kibyoshi genannten billigen 
Romanheftchen. Acht Jahre dauerte die Tätigkeit bei 
Shunsho, dann kommt es, wie nicht anders zu erwarten, 
zum Bruch. Ein Streit mit seinem Mitschüler Shunko macht 
eine weitere Mitarbeit unmöglich, und Hokusai trennte sich 
endgültig von der alten Schule; selbst zeichnend, selbst ma- 
lend, selbst holzschneidend und selbst druckend. Es be- 
ginnt eine Zeit von Hunger und Armut, in der er, um 
seine Familie zu erhalten, die Malerei zeitweise aufgibt und 
Straßenhändler wird. Er soll hauptsächlich mit rotem Pfef- 
fer gehandelt haben. Ohne seine Kunst kann er, der gute 
Hokusai, einmal nicht leben, und als er für das Bemalen 
einer Maifahne ein Goldstück erhält, da stürzt er sich er- 
neut in die künstlerische Arbeit,.die nun von Jahr zu Jahr 
zunimmt und zu großen Erfolgen führt. Er verbindet sich 
mit dem Volksdichter Kioden und später mit Bakin, deren 
Kibyoshi er illustriert. 1793 malt er sein erstes Surimono; 
gezeichnet mit Mugura Shunro. Das Surimono, seit der 
Mitte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch, ist ein künstlerisch 
ausgestatteter Glückwunsch, eine Einladung zum Konzert, 
zu einem Fest, oder ein Neujahrsgruß. Reiche Japaner ver- 
mittelten damit einem erlesenen Kreise ihre Grüße und Ein- 
ladungen. Für diese Kunst war nun Hokusai wie kein an- 
derer geeignet. Unerschöpflich in seinen Einfällen, gibt ihm 
sein dekoratives Talent Gelegenheit, jedes noch so einfache 
Thema durch ein technisch unerhörtes Raffinement zu 
herrlichster Bildwirkung zu steigern. 
Darf ich Ihnen hier vielleicht sagen, wie der Text dieses 
ersten Surimonos lautet, das ein Musiker bestellt hat? 
Q
	        
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