Full text: Johann Heinrich Füssli

darf zurücktreten. „Es ist nur, daß man’s weiß.” Ist immerhin 
eine Frage des wissenschaftlichen Gewissens, daß die Stich- 
worte und Zitate, mit denen Füßli manche seiner Szenen und 
Figuren begleitet, aufgenommen und dem Betrachter nicht 
vorenthalten werden, auch wo schließlich vertrautes Deutsch 
oder Englisch in griechischer Schrift uns grüßt. Wenn wir die 
Anspielung oder den Kommentar verstehen, mit dem der 
Künstler sein Werk würzt, genießen wir es um so schärfer 
mit seiner Würze. 
Eine weitere Frage ist die Frage der zeitlichen Ordnung der 
Werke — die Chronologie —, ihre Datierung durch direkte 
und indirekte Kennzeichen: Angaben auf den Werken selber, 
Zeugnisse aus Katalogen, Briefen, der Literatur im weitern 
Sinn, Analogien von Thema zu Thema, Modell zu Modell, 
Alles möglichst unpersönlich-objektive Kriterien. „Stilmerk- 
male” sind subjektiver Wertung unterworfen und sollen mit 
der chronologischen Ordnung ja erst richtig sichtbar werden. 
Wir suchen nicht aus dem „Stil”" der Werke den Kalender zu 
rekonstruieren, der Kalender soll mit seiner Chronologie uns 
ermöglichen, der stilistischen Entwicklung in ihrem natürlichen 
Verlauf inne zu werden, und damit im Ablauf der Einzel- 
werke auch ein Lebenswerk als Kunstwerk, als ein Ganzes, 
zu erfassen. Bei Füßhli ist die Ordnung noch nicht vollzogen. 
Wichtige Einzelwerke, ja ganze Zyklen schwimmen noch 
zwischen den Jahren innerhalb von Jahrzehnten. Damit zeigt 
da und dort das Gesamtbild Unsicherheiten und Brüche. 
Einzeluntersuchungen und Einzelergebnisse müssen hier dem 
Ganzen noch helfen. 
Die in den. Verzeichnissen |I—IV festgehaltenen Arbeiten 
bedeuten ein Teil-Inventar des Fühlischen Werkes. Allein in 
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