Full text: S. Righini - 1870-1937

von Straßen und Häusern und das Gegenüber der 
Kreuzkirche. Wenn der schöne Sitz mit seiner den 
Maler anregenden Umgebung auch eine starke Ver- 
lockung zu genügsamem Verweilen bedeuten mochte, 
so war mit den beiden aus der Fremde geholten 
Gattinnen von Vater und Sohn wohl genügende 
Weltoffenheit in Familie und Haus getreten, die 
S. Righini mit Malerfahrten und Verwandtenbesu- 
chen in Deutschland, Belgien, Holland, England 
mannigfaltige und intensiv verarbeitete Anregung 
finden liess. Daran erinnert die Ausstellung ein- 
dringlich diejenigen, die sich etwa angewöhnt haben, 
ihn eher als seßhaften Pfahlbürger zu sehen. Erst 
in späterer Zeit wächst er hinein in das Bild des 
von Ämtern und Ansprüchen aller Art bestürmten 
Mannes, der unter der Last seufzend doch irgend- 
wie mit Lust sich aufmacht zur Bewältigung der 
Schwierigkeiten in der Erfüllung der übernommenen 
Verpflichtung. 
Im ersten Jahrzehnt nach 1900 stand er in der 
vordern Reihe der Phalanx, die zuversichtlich und 
unwiderstehlich unter dem Gestirn von Ferdinand 
Hodler eine junge schweizerische Kunst herauf- 
führte. Das Neujahrsblatt von Willy Fries enthält 
auch ein besonders ausführliches und aufschluß- 
reiches Kapitel über S. Righini als Maler. Der auf- 
merksame Besucher der Ausstellung wird erkennen, 
daß in seinem künstlerischen Werk der Puls bald 
stärker, bald leichter schlägt. Die Schwebungen 
kommen aber aus dem eigenen Innern, kaum von 
Anlehnungen, nie von Entlehnungen. Entschieden
	        

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