Full text: Deutsche Bildhauer: Karl Albiker, Wilhelm Gerstel, Georg Kolbe, Gerhard Marcks, Otto Schliessler, Christoph Voll

er sein Leben lang sich sucht und löst. Für die äußere 
Form bedeutsam ist das Material, das er benützt. Es 
gestattet und verbietet Freiheiten, die verschieden sind, 
vom schmiegsamen, feuchten Ton, der in der starren Gips- 
form und im zähen Glockenmetall verewigt wird, vom Bild- 
Formen, zum Bild-Schnitzen im festen Holz, und zum 
Bild-Hauen in Stein, wo der weiche Kalkstein fast noch 
ein Schneiden verlangt, der spröde Granit vorsichtiges 
Meißeln und geduldiges Polieren und Schleifen. 
Hinter den Skulpturen, welche die Ausstellung zeigt, 
steht oft als Ziel und eigentliche Erfüllung das Denkmal, 
das, an seinen besondern Zweck und Ort gebunden, hier 
fehlt; aber vor ihnen stehen die in reichem Maß in die 
Ausstellung eıngestreuten Zeichnungen, in welchen die 
Meister von der Erscheinung des Modells das fassen, was 
ihnen für die plastische Form brauchbar und wichtig ist. 
Diese Werkstattzeichnungen sind von einem zum andern 
verschieden und persönlich, wie das plastische Werk, 
und für den Zugang zu diesem ein natürlıcher und 
zuverlässiger Schlüssel. 
Berücksichtigung der Aehnlichkeit oder Verschiedenheit 
des Lehrgangs und der Anregung von außen überhaupt, 
von Gleichheit oder Verschiedenheit des Materials, die 
Beredtheit der begleitenden Zeichnungen, lassen uns 
sehen und spüren, was diese sechs Künstler verbindet 
und wieder von einander in Abstand bringt. Die Lust 
und das Bedürfnis, sie an Erscheinungen außerhalb ihres 
Kreises zu messen treten zurück. Die Ausstellung wird 
reich bei der Vertiefung in die Voraussetzungen und die 
Ausprägung nur dieser Kunst. Die Zürcher finden im 
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