Full text: Japanische Holzschnitt-Triptychen der Utagawa-Schule

167 Yedo Meisho Hokku Awase no Uchi, Shubi-no-Matsu; — 
gez. Kunisada aratame Toyokuni gwa Herausgeber: 
Die Shubi-Kiefer, ein schöner Punkt in Yedo, eines der Jökane 
Hokku-Preisgedichte 
In der Umgebung von Tokyo sind die Flüsse Sumida und Tama und die Shinagawa-Bucht 
sehr stark von Anglern besucht, die meistens Mietboote benutzen. 
Das Bild zeigt die Begegnung zweier Boote auf dem Sumida-Fluß, eines Vergnügungs- 
bootes, auf welchem ein hübsches Mädchen nach der berühmten Kiefer auf dem Ostufer 
des Flusses ausschaut, und eines Anglerbootes mit drei Frauen, die eifrig mit ihren Angel- 
ruten und -schnüren beschäftigt sind. Neben der Shubi-Kiefer steht im Fluß ein Schleusen- 
tor für den Durchlaß der Boote. (62) 
168 Yedo Meisho Hokku Awase no Uchi. Sumida-gawa; — 
gez. Köchörö Toyokuni gwa Herausgeber: 
Der Sumida-Fluß, ein schöner Punkt in Yedo, eines der Jökane 
Hokku-Preisgedichte 
Der Sumida-Fluß und Boote sind als Stoff der Ukiyo-e Maler ein einziger und unteil- 
barer Vorwurf. Kein Fluß im ganzen Land ist so oft in Farbholzschnitten dargestellt 
worden, wie der berühmte Sumida-Fluß in Yedo (jetzt Tokyo). 
In dem einen der beiden Boote sitzen eine Frau mit violetter Kapuze und ein junges Mäd- 
chen, anscheinend Mutter und Tochter, sie haben zwischen sich einen Feuerkasten, um 
die Hände zu wärmen oder die Tabakspfeife in Brand zu setzen; im andern zwei Frauen, 
zweifellos Geishas, mit einem dicken Mann, der leicht als Ringer zu erkennen ist. Er 
trinkt Sake, während seine Gefährtin ihrer an das Bootsdach sich lehnenden Freundin 
etwas zuruft. (64) 
169 Yedo Meisho Hokku Awase, Ryögoku; — 
gez. Ichiyosai Toyokuni gwa Herausgeber: 
Ryögoku, eine schöne Gegend in Yedo, eines der Jökane 
Hokku-Preisgedichte 
Das Bild zeigt die sommerliche Abendlandschaft auf der Ryogokuseite des Sumidaflusses, 
auf welchem zahlreiche Hausboote gleiten. Die berühmte Ryogoku-Brücke verbindet 
das Ufer Hamacho-gashi mit dem gegenüberliegenden Honjo. Die Frau rechts kommt 
aus dem öffentlichen Badehaus, sie hält den Bademantel und ein Tuch in den Händen; 
die mittlere hat das Aussehen einer Geisha, wie auch die zu äußerst links Kauernde. So 
wie die mittlere Frau in der Wärme des Sommerabends sich den Hals mit einem Tuch 
abtrocknet, hat diese ein Tuch über der Schulter bereit, um sich die vom Schweiß über- 
rieselten bloßen Arme abzuwischen. (65) 
170 Oka Mankai-no-Niwa; Zashiki-saki; — gez. Kunisada Herausgeber: 
aratame ni dai Toyokuni gwa 
Kirschblüten und Wohnzimmer-Veranda 
Das Bild zeigt blühende Kirschbäume in einem großen Landschaftsgarten vor einem 
weitläufigen Adelssitz. Der Teich umschließt eine künstliche Insel mit einer sogenannten 
Schneelandschaft-Steinlaterne. Im Vordergrund sind drei hübsche Mädchen in ent- 
spannter Beschaulichkeii. (75) 
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