Ausstellungen haben den Zweck, die direkte Ansprache des Kunst- 
werkes, und durch dieses des Künstlers, an uns zu ermöglichen, und 
uns die ungestörte Aussprache mit ihm. 
Wir haben das Vertrauen, daß Kunst uns immer für uns Wichtiges 
zu sagen hat und wir im Tiefsten gleichen Wesens sind mit dem 
Künstler, daß er nur uns weckt und bejaht. Das Maß des Glücks, 
das er uns damit gibt, sind seine Kraft, zu formen, was wir auch 
empfinden, und die uns zugemessenen Fähigkeiten, Form als Sprache 
menschlicher Empfindung zu verstehen. Wenn größere Verschieden- 
heit des Ortes, der Zeit und der Gesinnung uns von dem Künstler 
trennen, so spricht er nur zu uns, wenn seine Kraft um so größer ist. 
Und je stärker er ist, um so näher kommt er gerade dann uns über 
alle sonstige Verschiedenheit; um so mehr sind wir von seiner Kunst 
ergriffen. 
Unsere Antwort ist, daß wir aus der Ergriffenheit zuerst uns selber, 
dann ihn für uns zu erfassen, zu begreifen, uns bemühen; indem 277 
aktiv werden und über das Werk und seine Wirkung auf uns hinweg, 
ihn zum Objekt, Gegenstand unserer Vorstellung machen, für uns 
sein Bild zu schaffen suchen. 
Auch eine Gestalt wie Courbet, die längere Zeit und intensiv die 
Geister beschäftigt, erfährt dabei vielfache begriffliche Formulierung, 
Und diese fertigen Bilder, von andern als uns selber vorweg gewon- 
nenen Begriffe, sind es, die uns in erster Linie in der direkten Aus- 
sprache, der eigenen Auseinandersetzung mit Werk und Künstler, 
stören können; indem sie als Schablonen sich eindrängen, durch die 
das Werk, statt aus der Kraft seiner Form im Augenblick der Be-
	        

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