DAS WERK 
Am Beginn von Courbets künstlerischer Laufbahn steht das Zeich- 
nen. Als Maler im Besitz aller seiner Mittel, modelliert er im Winter 
1861/62, während die Überläufer der Ecole des Beaux-Arts in seiner 
improvisierten Akademie an der Rue Nötre Dame des Champs in 
eifriger Stille sitzen, nach dem gemeinsamen Modell eine Knaben- 
figur und nennt sie Pecheur de chabots. Es ist ein Gruß an die Heimat, 
ein Knabe, der, wie es im Tal der Loue Brauch ist, im Fluß mit einem 
Dreizack nach Groppen sticht. Courbet schenkt die Bronze für den 
Brunnen auf dem Hauptplatz von Ornans. 1864 läßt er in Salins als 
Gastgeschenke zwei Bildnis-Plaketten, nach der Gattin des Freundes 
Buchon und nach Alfred Bouvet. Im Exil entsteht 1875 die Büste 
Helvetia oder La Liberte, die er in je einem Guß den Gemeinden von 
La Tour de Peilz und von Martigny schenkt. Ein Medaillon La Dame 
a la Mouette oder Le Genie du Lac de Gene&ve von 1876 gelangt ins 
Museum von Vevey. Für den Architekten Maillard modelliert er zwei 
Medaillons mit weiblichen Figuren als Fensterbekrönungen an einem 
Haus der Place de l’Ancien Port in La Tour de Peilz. Hier entsteht 
auch ein Bildnismedaillon Leon Gambetta und wird vom Glocken- 
gießer Treboux in Vevey in Bronze gegossen. Diese wenigen 
plastischen Arbeiten zeigen die natürliche Beherrschung der Form, 
die den Maler Courbet auszeichnet; künstlerisch sind sie ein Ausflug 
in einen Bereich, der für ihn weiter nicht fruchtbar wird. 
Peintre-graveur ist Courbet, neunzehnjährig, in Besancon, da er 
Ansichten von Ornans in dem damals neuen Verfahren der Litho- 
graphie herausgibt, und 1850 noch einmal mit den zwei Lithographien 
auf den Weltverbesserer Jean Journet und „La Mort de mon Cousin 
Moisy“; beides Blätter, wie man sie in den Cabarets verkauft, mit dem 
Text der „Complainte“ zum Mitsingen. 1865, 1867 und 1871 erscheinen 
im „Autographe““ einzelne eigenhändige Zeichnungen in Umdruck. 
Zahlreicher sind die Übertragungen von Zeichnungen durch andere 
Hände, in rohem Holzschnitt, in Radierung und Lithographie, und 
die Reproduktionen in damals zum Teil noch wenig entwickelten 
technischen Verfahren. 
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