Hinter dem Ernst des Selbstbildnisses von Besancon und dem 
Bildnis Berlioz stehen die Anstrengung und die Leistung des Be- 
gräbnisses und der Steinklopfer, großartig und einfach. Courbet hat 
zu der persönlichen Form nun auch den eigenen Stoff sich errungen. 
Wie ein gewaltiges, naives Relief hängen die Steinklopfer neben den 
auch braunen, aber feiner gegliederten und in der Farbe durchsich- 
tigeren Bildern aus der Frankfurter Zeit, dem Chasseur Badois und 
dem Bildnis Buchon. Die Damen der Seine sind farbiger als die Stein- 
klopfer. Zwischen diesen und ihnen liegt der Aufenthalt im Süden. 
Von ihm zeugen in der Ausstellung das große Meerbild von Palavas 
und das Selbstbildnis des nun rundlichen und glatt gekämmten 
Malers, von 1854; es ist die Studie zu seiner Figur im „Atelier“ 
mit dem zum Malen ausgestreckten rechten Arm. Nur zwei Jahre 
trennen die etwas dumpfe Fülle des Sommertags mit den passiven 
Demoiselles de la Seine von der aufgeschlossenen, kühlen Spannung 
der Dame de Francfort; das Jagdfrühstück aus Köln vermittelt. Im 
Bildnis von Proudhon und seinen Kindern, das wir so vor uns haben, 
wie es nach den letzten Änderungen, 1866, das Atelier verlassen hat, 
sind die Ruhe der Farbenharmonie und die Sicherheit des Handwerks 
für unsere Begriffe schon fast Glätte. Die Freude über gutes Gelingen 
auf solchem Weg läßt Courbet vor der „Source“ aus dem Louvre, 
von 1868, ausrufen: „Ca, c’est du Sur-Velasquez.‘“ Das Höchste an 
Schmelz der Materie und Brillanz des Auftrages bringen Leinwände, 
wie das Stürmische Meer aus dem Louvre, und die beiden Forellen. 
Die kleineren Säle schlagen zu diesem Gang über Gipfel die ver- 
bindenden Brücken. Einige Köpfe und Figuren der Frühzeit geben 
noch einmal Einblick in die Mannigfaltigkeit der Themen und For- 
men, an denen der junge Maler sich erprobt: Der Gefangene, von 
1844, in durchsichtigem Helldunkel, hell braungrau, mit einigen roten 
und blauen Tönen, die auch als Helligkeiten, weniger als Farben mit- 
klingen; neben dem Kopf des Tony Marlet, auch silberblond mit 
etwas rot, der plastisch gesteigert und vereinfacht neben seinem 
dunkelbärtigen Bruder im „Begräbnis“ rotblond wiederkehrt, schief 
über dem Totengräber zwischen einem weißen Taschentuch und 
einem schwarzen Zylinderhut; die drei Schwestern und eine alte Frau 
in Flagey, wie eine kleine Vorprobe zum Begräbnis. 
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