Full text: Giovanni Giacometti - 1868 - 1933

In München war 1886, glänzend begabt und im Atelier 
von Frank Buchser gut vorgebildet, auch Cuno Amiet ein- 
getroffen und bald ein Lieblingsschüler der Akademiepro- 
fessoren geworden. Gleich alt bis an drei Wochen, fanden 
sich Amiet und Giacometti nach der ersten Begegnung 
im Winter 1887 zu einer Freundschaft fürs Leben. Sie 
blieben nun beisammen für die Arbeit im Atelier, vor den 
alten Meistern in der Pinakothek, an der Staffelei im Park 
von Nymphenburg, mit dem Zeichenstift im Caf@. Im 
Sommer bestanden sie nebeneinander in Bellinzona die 
Rekrutenschule. Dann brachte Amiet Giacometti nach 
Solothurn und zu Buchser. Im Herbst reisten sie zusammen 
nach Paris und führten, gleich wie in München, innerhalb 
eines weiteren Kreises von jungen Schweizer Künstlern 
ihre besondere, engere Lebens- und Arbeitsgemeinschaft 
drei Jahre lang fort, auch in den Sommerferien unzer- 
trennlich, entweder beide in Solothurn und bei Buchser 
oder im Bergell. 1889 fand ein von Amiet gemaltes Bild- 
nis von Giacometti Aufnahme im Pariser Salon. 1891 
brachte für beide den Abschied von Paris und eine 
wenig ergiebige Uebergangszeit in der Heimat. Dann 
kehrte Amiet nach Frankreich zurück, zu zweijährigem 
Aufenthalt in Paris und in der Malerkolonie von Pont- 
Aven in der Bretagne; Giacometti zog zu Arbeit und 
Entbehrungen nach Italien. 
Wenn Amiet in der Bretagne aufregende Bekannt- 
schaft machte mit dem Werk von Gauguin, van Gogh, 
Cezanne, Renoir und einen Winter über einzig mit dem 
Irländer O’Connor zusammen arbeitete, der „völlig auf 
das Mischen der Farben verzichtete und mit der Zerle- 
gung der Mitteltöne in Grundelemente klare Farbenwir- 
kung erzielte‘, so scheint es für Giacometti in Italien bei 
der Anwendung des in Paris in der Academie Julian und 
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