Full text: Ausstellung Salomon Gessner

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menten Bacheliers gelangt sind),- für die Vermittlung Loutherburg^ 
Monnet, das kleinere und schlankere Oktavformat und das Von* 
kommen einiger Bilder bei Geßner, zum Beispiel der einen Fassung 
von Tod und Holzhauer, die nur bei Monnet=Loutherburg, nicht 
aber bei Oudry sich finden. Mittelmann zwischen Paris und Zürich 
für Zeichnungen von Loutherburg und Monnet, nach denen Geßners 
Blätter dann entstanden wären, kann der Zürcher Kupferstecher 
Mathias Pfenninger gewesen sein, der kurz nach 1760 in Paris nach 
Loutherburg und dem wie dieser und Monnet für den Fessardschen 
Lafontaine beschäftigten J. B. Huet radierte. 
Nicht kleiner ist die Abhängigkeit von einer Vorlage, hier wohl 
Radierungen, in den zum Teil ebenfalls mit der «französischen» 
Schreibweise Gesner signierten, 1763 und 64 datierten Federzeicb* 
nungen aus dem Kunstmuseum Bern. Der 20 Jahre jüngere Heinrich 
Pfenninger radiert in den 1770 er Jahren, wie Zeichnungen und Guaschen 
von Geßner, so hier gewiß nach ihrem Urbild, die Landschaft mit 
der runden Turmruine und Anglern,* Ausstellung Nr. 553. 
Solche Unselbständigkeit zeigt Geßner einige Jahre später nicht 
mehr. Vergeblich würde man für die Tuschzeichnungen zu den Bildern 
und Vignetten der Quarte Ausgabe der Schriften, wie sie die Aus 
stellung unter den Nummern 606—641 aufreiht, unmittelbare Vor 
lagen suchen. An der Auktion der Hamburger Sammlung Arnold 
Otto Meyer bei C. G. Boerner, Leipzig, gelangten im Herbst 1914 
ihrer 29, ursprünglich aus dem Nachlaß von Anton Graff, ans Licht. 
Sie figurieren bis an wenige, die aus Budapest nicht erhältlich wurden, 
an der Gedächtnisausstellung und werden hier ergänzt durch Blätter 
aus den Sammelbänden des Kunsthauses, die manche Entwürfe, 
wie einige Kompositionen zu den Landschaften mit mythologischen 
Figuren, bis auf die ersten Bleistiftskizzen zurückverfolgen lassen. 
Die Gegenüberstellung zu den in nächster Nähe aufgereihten Radie 
rungen zeigt, wo und was der Künstler zur Steigerung der Wirkung 
in den verschiedenen Fassungen und zwischen Zeichnung und Kupfer^ 
platte noch geändert hat. 
Die Freiheit hatte Geßner in eifrig ausgefüllten Arbeitsjahren 
sich errungen. Erste Entwürfe zu Kompositionen, wie etwa die Berg 
landschaft mit Bachübergang und Landleuten, Katalog Nr. 645, könm* 
ten noch den von J. B. Bullinger 1756 herausgegebenen «50 Land=
	        

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