Full text: Ausstellung Salomon Gessner

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schäften » entnommen sein. Spätere Blätter in Tusch und Feder sind 
beladen mit Verpflichtungen gegen die heroische Landsdiaft der Römer. 
Die Ansichten aus dem Haslital, zu denen andere vom Vierwald^ 
stättersee und aus dem Val Travers, von Heinrich Pfenninger groß 
radiert, zu gehören scheinen, sind immer noch als Kulissen^Land* 
schäften gestellt. Ihre Verwendung für die aus dem Helvetischen Kalen 
der bekannten kleinen Veduten muß nicht von Anfang an Absicht 
gewesen sein. Das eigentliche, wahrhaft persönliche Werk von Geßner 
wird aber von den leichten Bleistiftzeichnungen getragen, die einzig 
der Natur verpflichtet sind. 
Heinrich Heidegger hat nach Geßners Tod eine Auswahl mit 
Weglassung von früheren Versuchen gesammelt. Aus den zwei 
dicken Bänden zeigt die Ausstellung in etwas mehr als vierzig Proben 
nicht ganz den zehnten Teil. Hier zeichnet Geßner, ohne daß er an 
große oder kleine Vorbilder, an Richtlinien und Maßstäbe außerhalb 
der eigenen Vertiefung und schwingenden Empfindung denkt. Hier 
ist erfüllt: Zwiesprache eines Geistes mit der Natur. — Nachher 
verflicht er diese Bildchen, die ebenso wie jene anderen Idyllen auch 
«Früchte einiger seiner vergnügtesten Stunden» sein müssen, in die 
Bemühungen um anspruchsvollere Werke. Der gestürzte Baum 
Nr. 689 wird in dem Blatte aus der Albertina bildmäßig zugerüstet 
und eingeordnet, Nr. 700,- die Blumentöpfe auf dem Mäuerchen, 
680, verwandeln sich in griechische Gefäße, 740/ ein Sonnenblick 
auf einer Waldlichtung, 673, ist ferner Wiederschein bei einem 
Hirtenfest, 783. 
1752 ist Geßner Dichter, und sind die Lieder da, beginnt er 
sie mit Küpferchen zu schmücken. 1760 wird er Ehemann und Ver^ 
leger, und Anfang Januar 1770 übergibt er Johann Caspar Füßli 
den umfangreichen «Brief über die Landschaftsmalerei», nachdem ihn 
jener als größten malerischen Dichter und vielleicht besten Landschaft 
zeichner seiner Zeit begrüßt hat. Füßli antwortet im dritten Band 
seiner Geschichte der besten Künstler in der Schweiz mit einem 
Aufsatz über Zeichnungen von Geßner, die er selbst besitzt:
	        
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