Full text: James Ensor - Radierungen

Handwerks: eine Verspottung Christi in Rembrandtschem 
Hell-Licht, eine unter der Sonne flimmernde Baumland- 
schaft mıt hohem Himmel; ein gelehrter Greis als fest ge- 
bautes nur etwas kühles Brustbild; die Erscheinung Christi 
ım Glanz von Sonne, Luft und Wasser; die zottigen Leib- 
ärzte des Königs Darius, Rembrandt und Rabelais gleich 
verbunden; die Vision der leuchtenden Kathedrale, himmel- 
hoch über der tausendköpfigen bunt wimmelnden und mili- 
tärısch gereihten Menge; eine aufrecht meditierende große 
Magdalena; ein höllischer Aufzug in frechen Strichen scharf 
geritzt; darauf tief und malerisch in kalter Nadel sammet- 
weich gearbeitet das Bildnis seines ersten Freundes und 
Käufers, Jetzt erst folgen feine Nadelspiele vor der Natur, 
kleine Landschaften vom freien Feld, von Strand und Hafen. 
Ausschnitte aus städtischen Gassen, Dächergewirr, und ein- 
zeine Gebäude; auch kleine fantastische Kritzeleien und 
große Phantasien mit Ungestalten aus Angstträumen; Kari- 
katuren voll Bitternis und kalten Hasses. Mit dem Gefühl 
verzerrt sich auch die Handschrift, sie bleibt voll und er- 
findungsreich, wo die Radierung große als Bild geschaffene 
oder gedachte Kompositionen überträgt. In andern nur 
hohnvollen und anklagenden Blättern wird auch sie rauh 
und grell, sie schmeichelt nicht mehr. 
A
	        

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