Full text: Frank Buchser 1828 - 1890

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im Juli in Bern sichtbar gewesen ist. Zürich ist ihm nicht 
anders verbunden als durch sein künstlerisches Werk. 
Dem Entgegenkommen der eidgenössischen Behörden, 
der Eigentümer der in Solothurn und Bern ausgestellt 
gewesenen Arbeiten und einiger weiterer Sammler und 
Institute verdankt es die Auslese aus dem Gesamtwerk 
des Meisters, die als zürcherische Buchser«Ausstellung 
nun im Kunstbaus eröffnet worden ist. 
Frank Buchser und sein jüngerer Bruder hatten sich 
gegenseitig zu Erben eingesetzt. Nach dem Tode des 
Bruders, im Jahre 1896, ging der Nachlass an Gemälden 
auf einem Umweg über das Berner Kunstmuseum an 
das Museum in Solothurn, die Gesamtheit der Studien 
an die öffentliche Kunstsammlung in Basel. Das Erbe in 
Solothurn umfasst 58 Gemälde. Basel verwahrt 400 Oel- 
Studien, 750 Zeichnungen und Aquarelle, 117 Skizzen 
bücher. Da Buchser ein sehr tätiger und geschickter Ver 
käufer seiner Bilder gewesen war, enthielt der Bilder 
nachlass hauptsächlich Arbeiten aus den zwei letzten 
Jahrzehnten seines Lebens. Die Basler Bestände begleiten 
lückenlos in Studien, Skizzen und schriftlichen Aufzeich 
nungen sein ganzes künstlerisches Streben und Werden. 
Auf die Basler Bestände hat im Jahre 1912 Jules Coulin 
seine grundlegende Buchser-Biographie gestellt und eine 
sorgfältige Rekonstruktion des Werkes, soweit immer die 
Studien und Zeichnungen dafür sich darboten. Es gelang 
ihm auch, nicht wenige Bilder aus Spuren im Studien 
material nachzuweisen, ohne dass doch die Bilder einst 
weilen fassbar oder nach andern Quellen bekannt ge 
wesen wären. Man weiss, wie erfolgreich nach dem 
Erscheinen des Coulinschen Buches Kunsthandel und 
Kunstwissenschaft zur Lösung des Buchser-Problems sich 
zusammenfanden, und wie durch überraschende Funde 
der Gebrüder Bollag in England wichtige Abschnitte seines 
Lebenswerkes erst wieder aus der Vergessenheit erstan 
den. Neben die in ihrer besondern Art vollständige und 
nicht zu überbietende Basler Sammlung der Studien und 
Skizzen stellt sich damit im Laufe von fünfzehn Jahren 
auch ein über alle Erwartung bereichertes, eindrucksvolles 
Bilder-Werk. Es ist zu bedauern, dass das tapfere und 
einstweilen als Teillösung so glücklich bewältigte linter-
	        

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