Full text: Frank Buchser 1828 - 1890

nehmen einer Buchser-Biographie vom Bearbeiter des 
Baslers Nachlasses nicht auf die Hundertjahrfeier wieder 
aufgenommen und mit dem ausgeglichenen Material und 
den neuen Einzelergebnissen zur abschliessenden Dar 
stellung von Mensch und Werk gerundet worden ist. 
Ob und wie weit eine wissenschaftliche Zusammen 
fassung und Verarbeitung des ganzen Bilder- und Studien 
materials nun vorliegc, jeder Besucher einer mit soviel 
Aufwand ins Werk gesetzten Ausstellung wird sich auch 
von sich aus, auf seine Art, mehr oder weniger intensiv, 
mehr oder weniger bewusst, darum bemühen, den Zusam 
menhang der einzelnen Arbeiten und Gruppen unter 
einander zu erfassen, sowie Absichten und Gesinnung 
des Künstlers, seine Erscheinung als Persönlichkeit. Er 
will nach dem ersten Durchblättern das Bilderbuch durch 
lesen, um die Kräfte und den Sinn dieses Künstlerlebens 
zu erkennen. An der Ausstellung ist es, die durch die 
äussern Verhältnisse durcheinandergeworfenen Seiten in 
nicht zu grosser Unordnung zu präsentieren. Eines der 
einfachsten Mittel, sie zu ordnen, ist die Aufzählung der 
Werke nach ihrer Entstehungszeit. 
Genau die Hälfte der jetzt im Zürcher Kunsthaus 
vereinigten Gemälde ist von Buchser selbst datiert. Die 
Form der Datierung wechselt, von der Beigabe der Jahr 
zahl neben dem Namenszug in einer Ecke der Bildfläche 
und der breitgerundeten Pinselschrift mit Titel, Ort und 
Datum auf der Rückseite bis zu dem in allen Stufen von 
Grösse und Sichtbarkeit mit dem Pinselsticl oder einem 
Dorn in die nasse Farbe eingeritzten, kaum entzifferbaren 
Gekritzel. Nicht selten ist auch bei den Oelstudien die 
Entstehungszeit bis zu Monat und Tag notiert, und recht 
häufig auf den Zeichnungen, den Tagcbuchblättern eines 
stets bewegten, drängenden Lebens. Die 100 Gemälde der 
Ausstellung sind nicht die Hälfte der überhaupt vorhan 
denen, von Oelstudien enthält sie 80, Zeichnungen 60. 
Man erinnert sich der 400 Studien und 750 Zeichnungen 
nebst 117 Skizzenbüchern allein in der öffentlichen Kunst 
sammlung zu Basel. Gewiss fehlen grosse Bezirke zu einer 
vollständigen Darbietung des Werkes in seiner imponie 
renden Breite, und manches nützlich verbindende Zwi 
schenglied für eine lückenlose zeitliche Reihenfolge. Un- 
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