Full text: Frank Buchser 1828 - 1890

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angaben des Künstlers in offener Schrift den Titeln bei 
gefügt; die nachträglichen Datierungen auf Grund von 
Ueberlieferung, z. B. bei Familienbildnissen, gegenständ 
licher Uebereinstimmung und sogenannter Stilkritik, d. h. 
die Vorschläge der Ausstellungsleitung, in eckigen 
Klammern. 
II. 
(Revision von „Frank Buchser“, Neue Zürcher Zeitung, Nrn. 1627 und 1716, 1928.) 
Man kann nicht sagen, Buchser sei ein schweizerischer 
Künstler, den öftere Reisen ins Ausland geführt haben. 
Seit seinem achtzehnten Jahr lebt er länger in Frankreich, 
England, Amerika, Spanien, Italien und andern Mittel 
meerländern als in seiner schweizerischen Heimat. Man 
muss sagen, er sei ein in der Schweiz geborener Welt 
bürger, der zu verschiedenen Malen und aus wechselnden 
FJimmelsrichtungen auch das Land seiner Väter auf 
gesucht hat. 
Das Besondere ist dabei nur, dass er jeweilen nicht 
als heimatfremder Gast nach Solothurn zurückkehrt, 
sondern dank angestammtem Besitz und seiner eigenen 
Natur mit Land und Leuten stets lebendig und stark 
verbunden bleibt. Wie irgendwo in Europa oder Amerika 
schafft und benutzt er auch in der Schweiz, auch wo sie 
ursprünglich gar nicht da sind, einträgliche Beziehungen 
und weiss die Oeffentlichkeit zum Aufmerken zu bringen. 
Vorerst wird er als berühmter Maler König in seinem 
Feldbrunnen und gerät als dörflicher Gemeindeammann 
mit einem Solothurner Regierungsrat ins Handgemenge. 
Mit fruchtbarerer und weiterreichender Auswirkung ist er 
ein Winkelried der schweizerischen Kunstpolitik, als ener 
gischer und erfolgreicher Anwalt der Standes- und wirt 
schaftlichen Interessen der schweizerischen Künstler und 
dreifacher Anreger und Gründer der Eidgenössischen 
Kunstkommission, der schweizerischen nationalen Kunst 
ausstellung und der Gesellschaft schweizerischer Maler, 
Bildhauer und Architekten. 
Diesem offiziellen Buchser hat das Eidgenössische 
Departement des Innern zur hundertsten Wiederkehr 
seines Geburtsjahres im verflossenen Sommer die Ge 
dächtnisausstellung gewidmet, die im Juni in Solothurn,
	        
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