Full text: Schweizerische Städtebau-Ausstellung Zürich 1928

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Die im XIV. Jahrhundert vollendete letzte Ummauerung von 
Basel hat eine Fläche umschlossen, die fünf Jahrhunderte genügt 
hat als Erweiterungsgebiet. Vor den Mauern sind nur zögernd 
und spärlich Bauten entstanden, Landhäuser zumeist, und ge 
mauerte Garten- und Rebhäuschen. Erst nach dem Schleifen der 
Vorwerke, dem Niederlegen der Mauern und Ausfüllen der Grä 
ben haben sich dann zuerst längs der sieben grossen Landstrassen 
Häuserreihen entwickelt: zu beiden Seiten rheinauf- und rhein- 
abwärts, ins Wiesental, ins Leimental und längs der Strasse, die 
über St. Jakob ins Birstal mündet. Zwischen diesen Ausfallstras 
sen, wie man sie heute wohl nennt, spannten sich dann die Stras- 
sennetze mit ihren rechteckigen Maschen, die, ein Ausklang der 
klassizistischen Stadt, dem XIX. Jahrhundert eigen waren. 
Der grosse Aufschwung der Fünfzigerjahre, die Auswirkung der 
kalifornischen Goldfunde, und nachmals die Gründerzeit der 
ersten Siebzigerjahre hat diese Strassengevierte zuerst bevölkert. 
Zunächst als Randbebauung, bis schliesslich auch die Gärten die 
ser Quartiere, wie im Stadtinnern, der Ueberbauung verfielen: 
ein Blick aus dem Flugzeug zeigt nur die Strassen als reine breite 
unverbaute Streifen zwischen dem dichten Gewirr der Dächer 
und den winzigen Gartenstückchen. 
Die Neuquartiere ausserhalb der «äussern Gräben» weisen nun 
ein ganz besonderes Charakteristikum auf; strassenlang finden 
wir da eine zweigeschossige Bebauung und diese Bebauung be 
steht durchwegs aus Einfamilienhäusern, ein Aspekt, wie wir ihn 
etwa von französischen Provinzstädten her kennen. Diese Art 
der Bebauung reicht bis in die Fünfzigerjahre hinauf und herab 
bis auf unsere Tage, und zwar nicht nur für eine bestimmte 
Kategorie von Häusern; es sind gleicherweise Einfamilienhaus 
strassen anzutreffen in den bescheidenen äussern Wohnquartie- 
ren des Westplateaus, wie in den wohlhabenderen und selbst rei 
chen Vierteln. Das Einfamilienreihenhaus, wie es in Basel ge 
pflegt wird, umfasst die reine Arbeiterwohnung, die bürgerliche 
Wohnung und selbst die Wohnung der begütertsten Kreise. 
Für das billige Einfamilienhaus hat das benachbarte Mühlhausen 
mit seiner 1850 begonnenen «Cité ouvrière» Anregung und Mo 
dell geboten. Die Gemeinnützige Gesellschaft, die Baugesell-
	        
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