Full text: Schweizerische Städtebau-Ausstellung Zürich 1928

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Eine grosse äbtische Wiese vor der östlichen Stadtmauer, von 
altersher der Sport- und Tummelplatz der Bürgerschaft, war 
das gegebene Gelände für zukünftige Parkanlagen, Lehranstal 
ten, Museen und dergleichen. So weit private Ueberbauung in 
Frage kam, wurden auch hier ähnliche Bauvorschriften gemacht 
wie bei den Bleichen. 
Diese Bauregiemente, Muster von Knappheit, legen Bauhöhe und 
Bauabstände fest und tendieren meist auf durchlaufende Dach 
gesimse und eine gewisse Einheitlichkeit der Bauten. Der Haus 
typ, welcher daraus resultierte, ist ein dreistöckiges (später vier 
stöckiges) Reihenhaus, teils mit, teils ohne Quergiebel, oft mit 
zugehörigem Hinterhaus als Oekonomiegebäude oder zu Ge 
schäftszwecken. (Siehe vorstehendes Profil.) 
Diese Bauvorschriften bestehen für die meisten der betreffenden 
Baukomplexe heute noch zu Recht und bewirken, dass sich der 
gute Haustyp selbst in sehr belebten Quartieren erhalten hat. Er 
ist aber stets durch Begehren um Ablösung der Baueinschrän 
kungen bedroht. 
Zu Anfang unseres Jahrhunderts schuf sich die Stickereiindu 
strie einen modernen weiträumigen Geschäftshaustyp mit fünf 
Geschossen und zurückgesetztem Dachstock, Derselbe ist na 
mentlich für das Quartier südlich und westlich des Bahnhofes 
charakteristisch geworden. Seit dem Rückgang der Industrie be 
ginnt ein Umbilden dieser Bauten zu Wohnzwecken. 
Die Bebauung der Hänge ist im allgemeinen nicht befriedigend, 
zum Teil infolge der für Bauzwecke ungünstigen Bestrassung. 
Der vorherrschende Bautyp ist ein kubisch schlechtwirkendes, 
talseitig dreistöckiges Wohnhaus in steil ansteigendem Garten, 
meist auch mit ausgebautem Dach. Es fehlt an zusammenhän 
genden Terrassen und zusammengefassten Baumassen. 
In den untern Partien der Hänge ist dieser Bautyp vorwiegend 
eigentliches Miethaus, meist nur mit einer Wohnung von 4 bis 5 
Zimmern pro Etage; in der bevorzugteren Lagen wird er villen 
artig und öfters nur vom Eigentümer und einer Mietpartie be 
wohnt. Das Haus steht naturgemäss meist im obersten Teile des 
Grundstückes und hat seinen Zugang von der bergseitigen 
Strasse, welche sehr oft höher liegt als das Erdgeschoss. Mindest
	        
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