Full text: Johann Heinrich Füssli, Henry Fuseli, 1741 - 1825

VII 
jungen Leuten Anleitung im Zeichnen, auch dem Verfasser der Füßli* 
Biographie und Füßlis älterem Bruder Rudolf, der wie der Vater Maler 
werden soll, Johann Heinridi verlebt einen Teil seiner Knabenzeit ohne 
aus dem elterlichen Haus zu kommen, sieht nur die Schüler des Vaters 
und die Arbeit seines Bruders und zeichnet selber mit Feuereifer, 
Alle Abende ist es sein Zeitvertreib nach den Holzschnitten des Stirn* 
merschen Jagdbüchleins und Vorlagen von Christoph Murer, G, Ringgli, 
Jost Ammann aus der Sammlung des Vaters sich zu üben, während 
der Vater, fromm geworden, die Paraphrasen von Doddrige und 
beschauliche Predigten liest. Diese geistlichen Bücher werden ihm durch 
den gleichen Chorherrn Nüscheler vermittelt, der nun den Sohn im 
Latein und Griechisch unterrichtete. Während eines Landaufenthaltes 
wirft dieser sich auch auf die Entomologie, sammelt Schmetterlinge, 
Raupen, Puppen, erhascht daneben aber immer wieder die Malerbücher, 
Geschiehtswerke, Romane und Zeitschriften, mit denen der Vater und der 
ältere Bruder sich beschäftigen, DerVater nimmt ihn als Mitarbeiter für 
seine «Geschichte und Abbildung der besten Maler in der Schweiz», 
deren zwei Bände 1755 und 1757 herauskommen, nach Nüscheler in der 
Weise, daß er ihm durch seine Beziehungen in aller Welt die Ma* 
terialien verschafft, aber die Redaktion der Biographien ganz «seinem 
Urteil und seiner Schreibart überläßt, so daß der Jüngling es schmeichel* 
haft fand, unter fremdem Namen seine Aufsätze dem Publikum vor* 
zulegen». Nüscheler geht so weit, daß er ihn auch als Verfasser der 
Einleitungen zu dem von Caspar Füßli herausgegebenen Hedlinger* 
Werk, den «Gedanken von der Schönheit» von Raphael Mengs und 
den «Briefen an Winckelmann aus der Schweiz» hinstellt. 
Die Biographen erzählen, daß Johann Caspar Füßli, der jung 
in Wien, Rastatt, Düsseldorf, Ludwigsburg, Nürnberg, Augsburg 
und München Bildnisse gemalt hatte, 1740 nach Zürich zurück* 
kehrte, heiratete, Ratschreiber wurde und «seine zeitweise Untreue 
an den Musen und den Übergang zu Hymens Altar durch die Er* 
zeugung solcher Kinder gutmachte, welche die Künste und Wissen* 
schäften liebten und sie mit außerordentlichem Erfolg übten », auch in 
Zürich immer einen vertrauten Briefwechsel mit Solimena in Neapel, 
Rigaud, Drevet, Wille in Paris, den deutschen Größen seiner Zeit, 
R, Mengs, Rugendas, Ridinger, Des*Marees unterhielt,- bei Kupetsky 
hatte er anderthalb Jahre in Nürnberg gewohnt. Wie er mit
	        
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