Full text: Zürcher Bildnisse

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Idee, seine Gegenwart wird für sie Verpflichtung 
und Bekenntnis, sein Bild Symbol. Die Form 
des Werkes nähert sich hier dem Monumentalen, 
es wirkt als Porträt repräsentativ, als Kunstwerk 
gross dekorativ; dies auch aus der Notwendig 
keit einer Angleichung an die grösseren architek 
tonischen Verhältnisse des Aufstellungsraumes. 
Aehnlich verlangen einen gewissen Glanz und 
Aufwand in der äussern Ausstattung die Bild 
nisse in reichen Empfangs- und Gesellschafts 
zimmern von Privathäusern. Hier wie dort denken 
wir in alter Gewohnheit an das grosse Oelgemälde 
als einzig angemessene Form. 
Anders verhält es sich, wo das Bildnis sich 
nur an einen kleinen Kreis von Menschen wendet, 
die mit dem Dargestellten in rein persönlichen 
Beziehungen verbunden und seelisch bereits auf 
ihn eingestimmt sind. Hier gilt einzig der Wunsch, 
den Freund im Bilde nahe zu haben, wenn das 
Vielerlei des täglichen Lebens ihn fern hält, oder 
nach dem Abschiednehmen für eine längere Reise 
oder der Trennung für immer. Das Porträt hat hier 
nur ganz private und persönliche Geltung, und 
für den unmittelbaren Zweck könnte eine liebe 
voll festgehaltene Aehnlichkeit, im grossen wie im
	        

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