Full text: Ausstellung Ferdinand Hodler

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niemand zu geben. Die Erfcbeinung des Werkes ift zu gewaltig, der 
Künftler als Menfdi und als Schaffender uns zu nah. 
Auch das befcheidene Ziel eines zuverläffigen chronologifchen Vem 
zeichniffes zur Klarmachung der zeitlichen Aufeinanderfolge der einzelnen 
Werke und Werkgruppen ift heute noch kaum zu erreichen. Das Ge= 
famtwerk Hodlers hat zum großen Teil erff in den letzten Jahren da und 
dort in Privatbefitz und beim Künftler felbft wieder neu entdeckt werden 
müffen. In drängender rchöpferifcher Tätigkeit fehlte diefem von jeher die 
Muße zu rückblickender Befchaulichkeit, Auch heute, wo wieder größte künh> 
lerifche Aufgaben ihn befchäftigen, liebt er es nicht, fich in die Chronologie 
feines Werkes zu vertiefen, wenn er auch den Wünfchen von Sammlern 
ftets freundlich entgegenkommt und nicht fignierte oder datierte Bilder nach 
träglich mit feinem Namen und einer ihm oder dem Eigentümer gut 
fcheinenden Jahrzahl verfieht. Von anderer Seite find bisher kaum An- 
ftrengungen gemacht worden, die Datierungsfrage gründlich zu klären. Zwar 
liegen alle Hülfsmittel bereit. Planmäßige Durchficht alter Kataloge und 
Ausftellungsbefprechungen, nähere Prüfung der befondern Maltechnik und 
Materialien, Berückfichtigung der zu verfchiedenen Zeiten und an beftimmten 
Orten benutzten Modelle im Figürlichen wie in der Landfchaft: derartige 
vom rein Künftlerifchen ziemlich unabhängige Kriterien können wirkfam 
die äußere Gefchichte des Gefamtwerkes autbauen helfen und damit den 
Ausgangspunkt zu einem Verfuch tiefem Eindringens in die innere Wand 
lung und zur Erfüllung der künftlerifchen Gefamterfcheinung fdhaffen. Bis 
heute ffützt fich die Literatur über Hodler in allem Hiftorifchen auf eine 
unbefehen immer wieder übernommene, ziemlich weit zurückliegende Lieber 
lieferung,- fie dringt dabei feiten bis zum Wefentlichen und führt öfter 
feitab als gegen das Ziel hin. 
So weit eigene frühere Vorarbeiten benutzt werden konnten und die 
während der Einrichtung der Ausheilung verfügbare knappe Zeit es ge 
haftete, gründet fich das nachfolgende Verzeichnis in der zeitlichen Am* 
fetzung der einzelnen Werke auf eine Methode, wie fie oben fkizziert 
wurde. Wenn es unmöglich war, manche Fragen zu löfen, fo werden die 
ungelöften wenigftens ins Licht geftellt. Die vom Künftler herrührenden 
Datierungen auf den Werken felbft, auf der Bildfläche oder auf der Rück 
feite, find im Katalog voll beigegeben,- die auf beftimmter fchriftlicher oder
	        
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