Full text: Ausstellung Ferdinand Hodler

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in Interlaken», die «Landfchafi bei Langenthal» mag aber immerhin in diefe 
Reihe gehören, denn derartige Verfchränkimgen, Vorläufer künftiger Ent^ 
widdung, Erfüllung einer Richtung in einem großen Werke, gelegentliche 
Rückkehr zu fcheinbar bereits überwundenen Formen, begegnen auch fpäter 
immer wieder im Werke Hodlers, Sie hängen, namentlich in der Früh^ 
zeit, damit zufammen, daß er unter dem Zwang des Herkommens Bildnis, 
Innenbild, die Landfchafi als Kompofition und die Freilichtftudie auch in 
Licht und Farbe als ebenfoviele verfchiedene Darftellungsarten behandelt, 
bis er für jedes Gebiet feine eigene und einzige Form lieh errungen hatte. 
Die Angaben des Kataloges für die Werke diefer Zeit find dahin zu er 
gänzen, daß nach einer Aeußerung von Hodler der Männerkopf Nr, 17 
eher in die Jahre 1874 oder gar 1873 fällt und eines der erften Bilder 
ift, die er überhaupt ausftellte,- man mag fich alfo durch eine gewiffe Ver^ 
wandtfehafi des Bildes mit dem «Schüler» nicht beftechen laßen. Andere 
feits muß die Landfchaft «Bernerhaus im Grünen» gewiß fpäter angefetzt 
werden als 1875, vielleicht Anfang der 1880er Jahre, Die Größe der 
Flächenaufteilung und der ganzen Anlage beruhen kaum nur darauf, daß 
das Bild anfeheinend unvollendet ift. Die «Weiden von La Jonction» waren 
im Sommer 1878 im «Turnus» ausgeftellt, wahrfcheinlich auch die « Charakter^ 
köpfe», unter denen fich leicht der fchon aus Nr, 17 bekannte Langen- 
thaler Onkel des Künftlers entdecken läßt. Der «Mühlebach in Langental» 
<Kat. Nr, 49) iß in feinem ßillen bräunlich-grau unter den nachfpanifchen 
Landfchafien fchwer verßändlich, er gehört eher in die Nähe der großen 
Langental-Landfchafi von 1875, als in das Jahr 1879, 
Lieber die fpanifche Zeit (Sommer 1878 bis Sommer 1879) geben, 
außer einigen Landfchaften «Lefer» und «Uhrmacheratelier» Auffchluß. Sie 
bringt eine weitere Auflöfung der körperlichen Form in gedämpfte Ton= 
und Farbßufen, gelegentlich fo ßark, daß alle Form zu verfliegen und in 
eitel Weichheit und Dufi fich aufzulöfen droht. Die Zartheit diefer Herbfi^ 
landfchaften lebt nach der Rückkehr in die Heimat in kleinen Frei- 
lichtfiudien, z, B. dem farbig überaus feinen «Weidenbaum am Wafler» 
von 1879, dem «Angler», der «Landfehaß bei Bellerive» 1879, den «Weiden» 
1880, der «Sumpflandfchafi» Nr, 72 und der Studie «Am Thunerfee» weiter. 
Im Bildnis und im Innenbild verfchwindet der warme Goldton, wie das 
kleine Selbßbildnis von 1879, der «Lefer» und das «Uhrmacheratelier» 
ihn aufweifen, bald wieder, doch bleibt die malerifdMuminarißifche Formbe^
	        

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