Full text: Catalogi von Kunstausstellungen in Zürich in den Jahren 1799 u. 1801 bis 1811

72. 
C. Schultheß, von Zürich; m Paris. 
Schüler von David. 
Das Portrait von einem Freunde des Künstlers. 
M. Usteri, von Zürich. 
73. Kindesliebe, in einer Folge von 9 colorirken Blattern. 
I. Freundlich hüpft das muntere Kind zu seiner 
Mutter, um mit ihr das Geschenk zu theilen, welches 
ihm von der vom Markt zurückkommenden Magd zu 
gesteckt worden ist. Bedeutend ist jedes Abtreten von 
Nasihereyen in einem Alter , wo sie das höchste Tut des 
Kindes sind, um so bedeutender vorliegende Theilung. 
I!. Nach einer unruhig verlebten Nacht ist endlich der 
Morgen angebrochen. Es ist dem guten Mädchen ge 
lungen unbemerkt den Schemel vor das Bett der schla 
fenden Mutter zu bringen, und das heimlich gestickte 
Sacktuch auf ihm auszuspreiten; ein schöner Blumen 
strauß soll nun das Geburtstag - Geschenk vervollstän 
digen , denn daß dieses die gute Tochter beschäftige, er 
hellt aus der Fensterscheibe des ersten Blattes. und 
hieraus die astronomische Zeittafel» 
IH. Sonntag Abend. Die Burger spazieren auf dem 
Stadtgraben. Die Mutter besucht ihr dabey liegendes 
Gärtchen , um nach ihren Blumen zu sehen- £> welche 
Verwüstung haben die fatalen Schnecken unter ihren 
Lilien angerichtet! Mißmuthig betrachtet sie dieselbe. 
Sollte die Aufmerksamkeit der Tochter nicht ihren Miß 
muth verscheuchen, welche die Bespieiinnen verläßt, um 
ihrer Mutter Gesellschaft zu leisten; emsig die Unheil 
stifter sammelt, und zum Verdruß des reichen Nachbars, 
ihr die Erstlingerose darreicht, die ihr dieser wohl 
kaum zu diesem Zwecke schenkte. 
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