Full text: Die Grundlagen : Kunsthaus Zürich, 21. Mai-6. August (1)

schränkung erlitt die Auswahl für die Ausstellung, wo die Unruhe 
auch unserer Tage die Herausgabe wertvoller Stücke zu verbieten 
schien, oder ganz allgemein die Pflicht zur Erhaltung über den 
Wunsch nach breiterer Auswirkung gestellt wurde. Dankenswertes 
Eintreten anderer Institutionen und privater Sammler half da und 
dort, Lücken zu überbrücken. Die Ausstellung ist aber auch so wie 
sie ist vor allem ein vaterländisches Bekenntnis der schweizerischen 
Kunst- und Altertumsmuseen, die, sehr verschieden nach ihren Be- 
ständen und durchaus selbständig in der Zielsetzung für deren Aus- 
bau, in allen Teilen des Landes bestehen. 
Unmittelbare Aufgabe der Ausstellung ist die zeitweise Aufhebung 
der durch den Zufall mit der Zerstreuung der Werke geschaffenen 
Unordnung. Sie stellt für einige Wochen die natürliche Ordnung mit 
den ursprünglichen zeitlichen und künstlerischen Zusammenhängen 
wieder her durch Rückgliederung des einzelnen Werkes von seinem 
durch Zufall bedingten heutigen geographischen an seinen histori- 
schen und künstlerischen „Ort“. So wird sie in ihrer ersten Abteilung 
zu einem weiteren eindrucksvollen Bericht „über das Herkommen 
der Schweizer“ und in der zweiten die Antwort auf die Frage, die 
Albrecht von Haller schon an das Helvetien seiner Zeit gerichtet hat, 
m Hinweis auf die Väter nach Art und Wesen der Söhne, die wir 
sind. 
Nicht dass Kenntnis der geschichtlichen Reihung und Ver- 
knüpfung allein den Weg zur Kunst bedeutete. Vertiefung in die 
historische Ordnung kann ein Hülfsmittel sein zur Ueberwindung 
der zeitlichen Distanz, wo diese hemmt; wie die Künstlerwerkstätten 
in der Landesausstellung am See nicht zeigen, wie ein Kunstwerk ent- 
steht, aber doch wie das Handwerk dem Kunstwerk ins Leben hilft; 
und wie der Museumspavillon der Ausstellung auf andere Annähe- 
rungswege zum Kunstwerk hinweist. 
Durch Abklärung und Auflösung der an den Werken haftenden 
nichtkünstlerischen Fragen des Drum und Dran, das heisst, des 
Gegenstandes und der Technik, wird uns das Kunstwerk unmittelbar 
und unverstellt nahe gebracht; im Werk die unmittelbare Gegen- 
wart der Kunst beschieden, in welcher wir uns selber finden und er- 
kennen, wie sie in uns. 
W, Wartmann
	        

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