Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1934-31.12.1934

DR EDUARD FREIHERR VON DER HEYDT 
TELEGRAMME: NETINETI, BERLIN 
VELEFON:A 1 JÄGER 6111 
derrn 
X. Wartmann 
Direktor des 
zürich 
Zürcher Kunsthauses 
BERLIN w.8 den 1Ll.April 1934, 
ZEHRENSTRASSE 8 
Sehr verehrter Herr Direktor, 
Haben Sie vielen Dank für Ihre liebenswürdigen 
Zeilen vom 6. ds, Mts.- 
Ich will Ihnen bis auf weiteres die Bilder, für 
lie Sie sich interessieren, lassen, auch wenn Sie sie nicht dauernd 
hängen können, obwohl ich wahrscheinlich im Laufe des Jahres dann 
Zoch anders darüber disponieren werde, Ich mache nämlich die Bedin- 
zung, dass eine Leihgabe von mir dauernd gezeigt werden muss, allen 
Museen gegenüber und kann nicht gut eine Ausnahme machen, Der Haupt- 
zrund,dass ich die Bilder von Berlin fortnahm, war ja gerade die 
Patsache, dass sie nach dem Umsturz vor einem Jahre magaziniert wur- 
jen, während die früher dauernd ausgestellt waren, Ein Teil der Bil- 
jer war sogar auf ausdrücklichen Wunsch der früheren Galerie-Leitung 
von mir gekauft worden, Abgesehen von meiner prinzipiellen Einstel- 
Lung kommt aber auch noch meine persönliche hinzu. Ich sehe natür- 
lich ganz gerne einmal meine Bilder wieder und dies ist immer schwie- 
rig, wenn Bilder magaziniert werden, Man will die Herren des Museums 
nicht gerne bemühen usw.- Ich frage mich darum,ob man nicht die Bil- 
der, die Sie nicht dauernd ausstellen können, dem Museum in Luzern 
anbietet. Da ich niemand der Leitung in Luzern kenne, ist es mir 
aurchaus recht, wenn Sie gelegentlich die Sache einmal mit dem lei- 
tenden Herrn des Museums in Luzern besprechen, Sollte dort kein In- 
teresse oder Platz vorhanden sein, so würde ich die französischen 
3ilder wahrscheinlich nach Paris senden und die deutschen nach Hollaml 
Ich ermächtige Sie also in einem Ihnen geeigne- 
ten Sinne, gelegentlich mit der Leitung des Luzerner Museums zu 
zprechen,. 
Mit freundlichen Grüssen 
Ihr sehr ergeb het 
QEFB.
	        
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