DR EDUARD FREIHERR VON DER HEYDT
TELEGRAMME: NETINETI, BERLIN
VELEFON:A 1 JÄGER 6111
derrn
X. Wartmann
Direktor des
zürich
Zürcher Kunsthauses
BERLIN w.8 den 1Ll.April 1934,
ZEHRENSTRASSE 8
Sehr verehrter Herr Direktor,
Haben Sie vielen Dank für Ihre liebenswürdigen
Zeilen vom 6. ds, Mts.-
Ich will Ihnen bis auf weiteres die Bilder, für
lie Sie sich interessieren, lassen, auch wenn Sie sie nicht dauernd
hängen können, obwohl ich wahrscheinlich im Laufe des Jahres dann
Zoch anders darüber disponieren werde, Ich mache nämlich die Bedin-
zung, dass eine Leihgabe von mir dauernd gezeigt werden muss, allen
Museen gegenüber und kann nicht gut eine Ausnahme machen, Der Haupt-
zrund,dass ich die Bilder von Berlin fortnahm, war ja gerade die
Patsache, dass sie nach dem Umsturz vor einem Jahre magaziniert wur-
jen, während die früher dauernd ausgestellt waren, Ein Teil der Bil-
jer war sogar auf ausdrücklichen Wunsch der früheren Galerie-Leitung
von mir gekauft worden, Abgesehen von meiner prinzipiellen Einstel-
Lung kommt aber auch noch meine persönliche hinzu. Ich sehe natür-
lich ganz gerne einmal meine Bilder wieder und dies ist immer schwie-
rig, wenn Bilder magaziniert werden, Man will die Herren des Museums
nicht gerne bemühen usw.- Ich frage mich darum,ob man nicht die Bil-
der, die Sie nicht dauernd ausstellen können, dem Museum in Luzern
anbietet. Da ich niemand der Leitung in Luzern kenne, ist es mir
aurchaus recht, wenn Sie gelegentlich die Sache einmal mit dem lei-
tenden Herrn des Museums in Luzern besprechen, Sollte dort kein In-
teresse oder Platz vorhanden sein, so würde ich die französischen
3ilder wahrscheinlich nach Paris senden und die deutschen nach Hollaml
Ich ermächtige Sie also in einem Ihnen geeigne-
ten Sinne, gelegentlich mit der Leitung des Luzerner Museums zu
zprechen,.
Mit freundlichen Grüssen
Ihr sehr ergeb het
QEFB.