Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1934-31.12.1934

Dr. med. Adrienne Kägi 
Augenärztin 
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Denken Sie nur z.B. an das Zürcher Stadttheater. Weil es 
zu vielem sich zu vornehm dünkte,ging die Pesucherzahl immer 
mehr zurück, Als es dann aber die neuen Methoden(die eben z.T. 
iie Kinos schon verwirklicht hatten)einführte,hat es fast immer 
volle Häuser, Ich weiss nicht,welch innerer Zusammenhang zwischen 
seiner Opern-und Operettenspielbühne und dem Touringklub besteht, 
Aber Tatsache ist,dass alle Mitglieder des Touringklubs(es sind 
in der alten Stadt Zürich allein ca 6000 gewesen)haben eine 
weitgehende “eduktion auf den Eintrittspreisen und zwar bei 
blosser Vorzeige des Touringklubnitgliekusweises, 
Man könnte also auch das einführen. Wer Automobil fährt. 
besucht in allen fremden Städten meist auch die Kunstmuseen, 
man sollte das Publikum erziehen,auch hier das Kunsth.us nicht 
Zu vergessen und muss ihm eben Lockmittel geben. 
Eine weitere Anregung wäre die Einrichtung eines kleinen 
geiiegenen Erfrischungsraumes,dann würde nn lernen,sich dorthin 
mit Freunden Rendez-vous zu geben.Die grosse Halle ist j4@ sozu- 
sagen immer menschenleer.Wenn er alkoholfrei geführt wird im 
Anfang mit guten Th6es,Kaff%es und Patisserie,würde das sicher 
rentieren, und brüuchte keine grossen Installationen. 
Und dınn möchte ich noch bemerken,dass ich nie mehr eine 
Antwort bekım wegen des Bildes Ilg,das ich in Depot geben wollte 
(dus in Ihrem Brief vom 24.2.,7%4 erwähnte Bildnis Reger ist von 
Max Beckmann gemult nicht von Soldenhoff,nur Eigentum Soldenhoffs‘ 
5s ist wirklich unfasslich,dass das Kunsthaus Zürich kein Solden- 
hoff Bild besitzt und dass keines ständig hängt,wo er ein Zürcher 
ist,während von Amiet,einem Berner ein gunzes Dutzend hängen. 
Yan sel doch endlich etwas gerechter } Sie können unmöglich 
behaupten, dass Soldenhoff Amiet nicht ebenbürt; 
Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
	        
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