Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1935-31.12.1935

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DI Fwald Bender 
Köln-Lindenthal, den 10.11.1935 
Kreamentzstraässe 11 
Herrn 
DCreW. Wartmann 
ZUriäich 
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Sehr geehrter Harr Doktor, 
ich hätte, nachdem seit der Absendung 
neines Schreibens fast drei Monate verflossen waren, mit seinsr 
Beantwortung kaum noch gerechnet und mir gewiss allerlei Gedan- 
ken daurüber gemacht, darunter -— aus einer früheren Erfahrung 
neraus —-— auch den, dass Sie durch Reisen in Anspruch genommen 
zain könnten. Ihr Srief bestätigt mir zu meiner Gemugtuung des- 
an Richtigkeit. Fs ist nun zwar viel, für mich kostbare Zeit 
versäumt worden, insbesondere die in Anbetracht meiner Arbeits- 
lispositionen günstigste Reisezeit. Aber ich konnte inzwischen 
jen Rest der wichtigen Literatur durchärbeiten und das für den 
zweiten Band vorgesehene Abbildungsmaterial zusammenstellen. 
ascher hat mir die Bücher, die er bei Ihnen aus den Beständen 
jes Kunsthauses erbat, inzwischen aus der Schweizerischen Lan- 
ljesbibliothek besorgt, womit dieser *eil Ihres Schreibens be- 
antwortet ist. 
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Unter dem 6. April 1934, &l1so vor mehr = 
“ls anderthalb Jahren, fragte Rascher mit drei Zeilen bei mir 
„N, Ob und unter welchen Bedingungen ich in der” Lage und bereit 
5ei, die Arbeit wieder aufzunehmen und in @bsehbarer Zeit das 
Manuskript zu liefern, Ich hatte die Hoffnung nie ganz äufge- 
zeben, sodass die zu diesem ge7 Punk® freilich unerwärtate. An- 
ragung mich nicht unvarbereitet antraf. Ich sagte grundsätzlich 
zu und nannte als Honorar einen Betrag, der die Spesen «siner 
yjiudienreise in die Schweiz mit @inschloss. Jetzt fing das Feil 
chen an, und näch monatelängem Briefwechsel musste ich mich 
oereiterklären, ein einmaliges Honorar von RM 1000.- zu äkzep- 
tieren, zahlbar jedoch erst nach Ablieferung des Menuskripts. 
SO wär die Finanzierung nicht nur einer Reise, sondarn auch ei- 
aer, sUsSSChliesslich dieser Arbeit gewidmeten Arbeitsmusse, die 
ich auf etwa vier Moaate geschätzt hätte 2 UuNMÖglich geworden. 
Jas Buch muss nunmehr neben der schriftstellerischen Tugesarbeit 
Zeschrieben warden. 
Hätte ich nur gleich anfangen können ! 
Jadoch, als wir uns endlich über das Honorar geeinigt hatten, 
stellte sich heraus, Aass Rascher sich von Herrn Werner Müller 
und seinem ertrag mit ihm noch nicht gelöst hatte. Obwohl die- 
5er ihn seit Jahren schon mit der Lieferung des Manuskripts hat- 
te zufsitzen lassen, konnte sich Rascher aus mir unbekännten 
“ründen nicht sofort freimachen. Erst Mitte Mäi dieses Jahres 
VeY eS SO weit und erhielt er von Herrn Müller das Material zu- 
rück, nach weiteren Monaten war es vollständig in meinen Händen.
	        
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