x
Jalther von Unus Ze Ze bei Dr. jur. Cröner Limmatquai 1 Zürich 1
den 8. April 1935
An die Chef- Redakteure der Neuen Züricher Zeitung
Geehrte Herrn , a ,
Die Neue Züricher Zeitung ‚welche ich mir er-
laube neben der Frankfurter Ztg. vor dem Hitler-Gosbbels-Regime als däüe
Bestorientierteste ‚fachlich und sachlich verlässlichste Presse deutsche}
Zunge zu halten, und dies seit Jahrzehnten , bringt in der No 606 einen
Artikel über wi Giovanni Segantini __ der in der Tat ebnso bemerkenswert
wie erstaunlich ist. Dieser Artikel stellt eingangs fest, dass es um
Segantini recht still geworden sei, was man ebensowohl suf unsern Ferd.
Hodler und » wolle dieser Artikler doch mitteilen ‚um welchen ech-
ten grossen Meister etwa nicht» anwenden könnte, Dabei 1liesse sich ge-
rade bei Segantini an den Besucherzahlen des Segantini-Museums zu St.,Mo-
ritz än den Besuchen der 18 besonders glückIichen Bilder S7 "4nis im
Hause des Dr. h.c., Bernhard - Imhof zu St. Moritz , auch an der unverhält
nismiässig grossen Ansammlung von Beschauern vor den » » Pflügern »» in
der neuen Staatsgalerie zu München wie vor gar keinem andern der beacht-
we Werke, —- etwa des Wilh. Leibel , oder des Hans Thoma, oder des Hans
von Marrees ‚daselbst ‚genau das Gegenteil der Aussage Ihres famosen
Artiklers beweisen.
Wenn nicht das Wort » Miesmacherei» von den, gerade
meiner Wenigkeit mit den — Iden des März 1933- aufs schärfste ‚angegang-
nen Nationalsoecialisten zum abgedroschenen Schlagwort ‚entwertet worden,
würde ich es diesen ‚meinen Zeilen hier, überstellen,
; Der AÄArtikler H.ger.
den ich weder dem Namen nach ‚noch perSonlich kenne, gibt,des Weiteren
seine völlig unmaassgebliche Privatmeinung zum Besten, dahingehend „dass