Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1935-31.12.1935

I 
fi 
lumer wieder hätte ich Räscher darauf hingewiesen, dass 
ich auf die Auffrischung meiner Findrücke vor den in der Schwei 
verwahrten Bildern Hodlers und die Aufnahme direkter Baziehun- 
zen zu der LÄndschaft, in der sie gewachsen sind, nicht ver- 
zichten könne. Fr ging nie darauf ein, und such «ls ich ihm vor 
schlug, dass ich selbst un Schweizerische Sammler wegen der Fi- 
aanzierung #*iner Reise herantreten wolle, nannte er mir, "wenn 
ich es versuchen wolle", lediglich die mir längst beannten Na- 
nen, sagte uber in Anbetracht der Wirtschaftskrise den Misser- 
folg voraus. Fr hät @lso bis jetzt von sich «us in dieser Sache 
aichts getan. Um die Probe aufs Fxempel zu machen, schrieb ich 
zleichzeitig an Sie und an Herrn Russ, der mir sogleich ablehn- 
end antwortete: die wirtschaftliche Lage seines Unternshmens sei 
in den letzten Jahren so ernst geworden, dass er seine Kapital- 
len zusammenhalten müsse usw. Da ich die Nichtbeäntwortung mei- 
ses Schreibens an Sie gleichfalls als Misserfolg auffaässte, 
liess ich von weiteren Versuchen &b und glaubte, den zweiten 
Band allein aus der Literatur und den Erinnerungen aufbauen zu 
üssen, Ihre jetzt eingetroffene Antwort gibt mir die Hoffnung, 
lass vielleicht doch noch geholfen werden könnte. Gewiss wäre 
es Raschers Sache, sich umzutun, aber Sie kennen ihn gewiss gut 
Zenug, um zu verstehen, Öass ich bisher nichts erreichen konn- 
;8, @&M wllerwenigsten brieflich. Ihre persönliche Finflussnahme 
uf ihn könnte von entscheidender Bedeutung sein. 
Es ist auch auffallend, dass Rascher von sich aus == 
u, Ar noch nicht einmal die technischen Dispositionen für 
jen Band getroffen zu haben scheint, jedenfalls ist er auf mei- 
ae Vorschläge bisher nicht entscheidend eingegangen; schon dar- 
über müsste men sich doch einmal mündlich auseinaml ersetzen. 
Ich meinerseits denke 80: Umfeng und Ausstattung ähnlich dem 
rsten Band. Während dieser jedoch auf grösstmögliche Vollstäng 
igkeit des Abbildungsmateriäls zum Zweck der Klarlegung des Ent 
vicklungsgaängs Wert legen_musste ; verlangt der zweite Band um- 
Zekehrt eine Auslese des Pesten und Gültigsten ! ich rechne mit 
höchstens 200 Abbildungen, die Zeichnungen eingerechnat. Der 
(Dext wird nach einem Einleitungskapit@l1, das den Anschluss an 
den ersten Band herstellt, das mittlere und späte Werk ganetisc 
nachzeichnen, kritisch bewerten, und denn die Yestalt Hodlers 
Aus ihrer in jedem, auch massstäblichen,Petracht schädlichen 
Vereinzelunk lösen, das Individuum als Mensch und Künstler aus 
len Bindungen an Volk, Rösse, Umwelt zu deuten und in dis Zeit- 
und Kunstgeschichte einzuoränen versuchen. Ias soll kein Begräb 
nis werden, sondern eine Auferstehung, und ich glaube , dass für 
die jüngere Generation, auch bei uns, Hodler neu zu entdecken 
ist. 
So 
Zern, dass 
uLr um der 
viel möchte ich heute darüber Sagen und ich hoffe 
Sie vor Ihrer neuen Reise %eit und Musse fünden, 
Sache willen beizusßpringen. 
Ich begrüsse Sie 
„ls Ihr sehr ergebener 
MY 
RR
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.