Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1939-31.12.1939

5156. Kommission Luzern, den 1. yez. 1939. 
DER Grundhof 11 
GOTTFRIED KELLER-STIFTUNG 
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Dr. WW. WYartmann 
Direktor des Kunsthauses 
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Sehr geehrter Herr Virektor, 
Sie ruhen wohl immer noch auf den Lorbee- 
ren der beiden von Ihnen mit so viel Geschick und 
goutine inszenierten nationalen Kunstausstellungen 
aus? Ich habe zwar nur die erste so recht genossen, 
der zweiten war ich Alters halber etwas entrückt. 
Mit dem Kunsthaus Zürich stehen wir mehr 
oder weniger immer noch in Kontakt wegen der FUESSLI- 
wc hnungen von Hrns Paul Hürlimann, an der Lavater- 
z.asse. Wir haben ja einmal unsere Bereitwilligkeit 
erklärt, bei einer Finanzierung eines Enbloc-Kaufes 
oder eines Auswahlkaufes mitzumachen, vorausgesetzt, 
dass wir in der Bewertung mit Ihren Vorschlägen ei- 
nig gehen werden, Ein solches Versprechen unserer 
Kommission darf denn doch nicht als ein Wechsel 
auf "ewige" Sicht eingeschätzt werden. Ich glaube, 
ich habe Ihnen bereits einmal bemerkt, das“Ent- 
zücken der Herren unserer Kommission über die gewiss 
vorzüglichen, aber etwas theateralisch aufgezogenen 
Kompositionen und Phantastereien von Füssli gei. ein 
g4Nerx mässiges., Wir haben den trefflichen Künstler ja 
mit einer Mehrzahl von Blättern vertreten, die wir in 
Zürich und Basel deponiert haben. Wenn ich auch den 
Standpunkt des Konservators der Zürcher Sammlung 
verstwebe, der ein möglichst vollständiges zeichne- 
risches Oeuvre dieses Zürcher Künstlers in seiner 
Oayphischen Sammlung aufbauen möchte, so müssen Sie 
auch den Standpunkt der Gottfried Keller-Stiftung 
verstehen, die einer solchen Vollständigkeit viel- 
leicht nicht das gleiche Interesse entgegenbringt.
	        
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