5156. Kommission Luzern, den 1. yez. 1939.
DER Grundhof 11
GOTTFRIED KELLER-STIFTUNG
4
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Dr. WW. WYartmann
Direktor des Kunsthauses
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Sehr geehrter Herr Virektor,
Sie ruhen wohl immer noch auf den Lorbee-
ren der beiden von Ihnen mit so viel Geschick und
goutine inszenierten nationalen Kunstausstellungen
aus? Ich habe zwar nur die erste so recht genossen,
der zweiten war ich Alters halber etwas entrückt.
Mit dem Kunsthaus Zürich stehen wir mehr
oder weniger immer noch in Kontakt wegen der FUESSLI-
wc hnungen von Hrns Paul Hürlimann, an der Lavater-
z.asse. Wir haben ja einmal unsere Bereitwilligkeit
erklärt, bei einer Finanzierung eines Enbloc-Kaufes
oder eines Auswahlkaufes mitzumachen, vorausgesetzt,
dass wir in der Bewertung mit Ihren Vorschlägen ei-
nig gehen werden, Ein solches Versprechen unserer
Kommission darf denn doch nicht als ein Wechsel
auf "ewige" Sicht eingeschätzt werden. Ich glaube,
ich habe Ihnen bereits einmal bemerkt, das“Ent-
zücken der Herren unserer Kommission über die gewiss
vorzüglichen, aber etwas theateralisch aufgezogenen
Kompositionen und Phantastereien von Füssli gei. ein
g4Nerx mässiges., Wir haben den trefflichen Künstler ja
mit einer Mehrzahl von Blättern vertreten, die wir in
Zürich und Basel deponiert haben. Wenn ich auch den
Standpunkt des Konservators der Zürcher Sammlung
verstwebe, der ein möglichst vollständiges zeichne-
risches Oeuvre dieses Zürcher Künstlers in seiner
Oayphischen Sammlung aufbauen möchte, so müssen Sie
auch den Standpunkt der Gottfried Keller-Stiftung
verstehen, die einer solchen Vollständigkeit viel-
leicht nicht das gleiche Interesse entgegenbringt.